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Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

11. Mai bis 28. Oktober 2022
Baltikum analog - unterwegs mit dem Fotografen Karl-Heinz Rothenberger
Öffnungszeiten: Montag - Freitag (werktags) 10 - 20 Uhr, August geschlossen
Haus des Deutschen Ostens, Flurausstellung, 1. + 2. Stock

 

Außerhalb des HDO

HDO in Deutschland:

Keine Ausstellungen des HDO in Deutschland

HDO in Europa:

06. Mai bis 25. Oktober 2022
Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt. Zwei Städte in Siebenbürgen, fotografiert von Jürgen van Buer
Ausstellungsort: Teutsch Haus (Begegnungs- und Kulturzentrum Friedrich Teutsch der Evangelischen Kriche A.B. in Rumänien), Str. Mitropoliei Nr. 30, 550179 Sibiu - Hermannstadt
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 10 bis 17 Uhr

 

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September 2022

SEP 1.

Ausstellung

Baltikum analog - unterwegs mit dem Fotografen Karl-Heinz Rothenberger

Die Ausstellung läuft weiter....

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München, Flur im 1. und 2. Stock

Ausstellungszeitraum: 11. Mai bis 28. Oktober 2022

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags)

Durch die Wahl zu Kulturhauptstädten Europas rückten die Hauptstädte der baltischen Staaten in das öffentliche Interesse. Europa wurde 2009 vertreten durch Litauens Hauptstadt Vilnius, 2011 durch Estlands Hauptstadt Tallinn und 2014 durch Lettlands Hauptstadt Riga. Der baltische Reigen setzt sich 2022 mit Kaunas (Litauen) und 2024 mit Tartu (Estland) fort. Nicht nur die Hauptstädte, sondern auch Land und Leute, ließen Karl-Heinz Rothenberger im Sommer 2019 in ein Campingmobil steigen und die reiche Kultur, die eindrucksvollen Landschaften und die freundlichen, weltoffenen Menschen erleben. Die gezeigten Bilder sind Eindrücke des Erlebten, sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ihre Anordnung, die nicht geografischen Gegebenheiten und Landesgrenzen oder dem zeitlichen Reiseablauf folgt, stellt eine subjektive Abfolge von Menschen, Landschaften und Architekturen dar.

‚Subjektiv durch das Objektiv‘, ‚gesehen mit den Augen des Fotografen‘ blieben bis heute Programmpunkte im Schaffen Rothenbergers. Sie belegen die Wahrhaftigkeit in der Fotografie, die nachträgliche Manipulation des einmal festgehaltenen Augenblicks wird abgelehnt. In der Regel unterbleiben selbst Ausschnittsvergrößerungen, sichtbar am demonstrativen Leica-Rahmen. Die Sichtweise Rothenbergers ist neugierig und interessiert, aber auch einfühlend und wohlwollend, nie verletzend und indiskret.

Professor Dr. Karl-Heinz Rothenberger wurde 1945 in Landshut geboren und studierte Medizin in München und Zürich. Nach Assistenzarztjahren in der Inneren Medizin und Chirurgie wendete er sich der Urologie zu. Nach seiner Facharztausbildung konzentrierte er sich als Oberarzt vermehrt auf operative Techniken und wissenschaftliche Forschung, z.B. der damals brandneuen Lasertechnik. 1983 kehrte er als Chefarzt in seine Heimatstadt zurück und gründete die Urologische Klinik.

Parallel dazu widmete sich Rothenberger schon früh der Fotografie, so beteiligte er sich bereits 1967 mit 2 Arbeiten an einer Ausstellung des Deutschen Jugendfotowettbewerbs in Düsseldorf. Inzwischen hat sich der Künstler und Arzt ganz auf die Schwarz-Weiß-Fotografie in analoger Kleinbildtechnik fokussiert. Früher kamen Spiegelreflexkameras zum Einsatz, jetzt hat die Leica M7 Priorität. Neben industriellen & handwerklichen Arbeiten steht die Darstellung der menschlichen Persönlichkeit und landschaftlicher Formen in der Themenliste von Karl-Heinz Rothenberger obenauf, dokumentiert in 117 Einzelausstellungen von Wien über München und Berlin bis nach Algund/Italien und Herrmannstadt/Rumänien, sowie einer Gruppenausstellung in Hamburg. Acht Kalender, vier Bücher sowie Zeitschriftenbeiträge runden den Arbeitskatalog ab.

SEP 13.

Ausstellungseröffnung

METAMODERN GROTESK. Digitale Kunst von Alfred Stoll

Ausstellung des Hauses des Deutschen Ostens

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungszeitraum: 14. September bis 28. Oktober 2022

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags)

Ausstellungseröffnung: Dienstag, 13. September 2022, 18.00 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung spricht der Künstler Alfred Stoll (Nürnberg)

Musikalische Darbietung: Rosetta Schade (Harfe), Hamburg

„Metamodernism ist mein Fachgebiet. Ich spiele mit Post-Ironie, Sinnlichkeit, Zärtlichkeit. Dabei integriere ich Kunstwerke aus anderen Epochen in meine Collagen und digitale Malerei. Ich konzentriere mich auf ästhetische Prozesse der Gegenwart und beobachte präzise die Entstehung von neuen Phänomenen in Kultur und Gesellschaft. Mir geht es um die Visualisierung meiner Authentizität und meiner Visionen im aktuellen ästhetischen Kontext. Ich will den kulturellen Hintergrund der heutigen Welt und traditionelle Realitätsbilder respektvoll überdenken und auf diese Weise die sozialen Spielregeln ändern.“ Alfred Stoll

Im Zeitalter der globalen Digitalisierung und der Gadgets verliert die klassische Kunst zunehmend an Bedeutung. Im digitalen Raum wird etwas Neues aus dem, was bereits existiert, geschaffen. Alfred Stoll verwendet „Fragmente“ der europäischen Kultur von der Antike bis zum 20. Jahrhundert – künstlerische Stile, Bilder, Techniken, die durch seine Individualität gebrochen, neu kombiniert werden. Das faszinierende Mosaik, das dabei entsteht, feiert die Schönheit und Exzellenz des Vergangenen, reflektiert die Gegenwart und strahlt in die Zukunft aus.

Stolls aktuelle Ausstellung bietet eine Retrospektive der Groteske in der europäischen Kunst. Zwischen Abstraktion und Ironie oszillierend, lässt sie deren bizarre Formen Revue passieren. Durch die Vermischung von Tradition und Moderne werden dabei die Grenzen zwischen dem Elitären und Ordinären aufgelöst. Seine Werke sind ästhetische Experimente, bei denen die etablierten „hohen“ und „niederen“ Kunstformen zu einem Ganzen verschmelzen, Snobismus, Ernsthaftigkeit und Hochwertigkeit der überbewerteten Kunstwerke reduziert werden und im Gegenzug das bisher Unterschätzte gewichtig wird. So wird ein metamodernes Gleichgewicht hergestellt, bei dem es weder Schwarz noch Weiß gibt, sondern nur Schwingungen zwischen beiden Polen.

Metamodern Grotesk ist ein aktueller Kunst- und Designstil. Alfred Stoll interagiert mit Kunstobjekten in klassischen, digitalen und Augmented- und Mixed-Reality-Formaten. In seinen Bildern und Collagen verwendet er keine analogen Werkzeuge wie Pinsel und Leinwand. Stattdessen besteht sein Schaffensprozess aus einer Kombination von Techniken, die die neuen Medien ermöglichen: Farbumkehrung, Doppelbelichtung, Verzerrung, mehrfache Überlagerung, Stilisierung, Motion, Videocollage, AR und MR. Eine Grundmethodik für ihre Anwendung gibt es nicht. Alfred Stolls digitales Labor sind sein Smartphone und sein Laptop – sie sind immer dabei, einfach zu bedienen und erfordern vom Künstler nichts außer Experimentierfreude.

Der digitale Künstler Alfred Stoll wurde 1993 in einer deutschen Familie in Kasachstan geboren und lebt seit 2017 in Bayern. Seit 2020 experimentiert er mit Neuen Medien und entwickelt Werke im Metamodernism-Stil. 2021–2022 stellte Alfred Stoll in der Roten Galerie und in der Kulturwerkstatt Auf AEG (beide in Nürnberg) aus. Alfred Stoll ist ein Künstlername, den Aleksej Gluhov kurz vor seinem Umzug nach Deutschland gewählt hat. Um zur Webseite des Künstlers zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

Rosetta Schade studiert in der Klasse von Xavier de Maistre und Anaelle Tourret an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie bei Ghislaine Petit-Volta und Nicolas Tulliez am Pôle Supérieur d'enseignement artistique Paris Boulogne-Billancourt. Sie war Stipendiatin der Johannes-Brahms-Stiftung Hamburg, des Vereins Live Music Now Hamburg und der Studienstiftung des deutschen Volkes. Als Solo-Harfenistin arbeitet sie regelmäßig mit Orchestern wie den Hamburger Symphonikern, dem NDR Jugendsinfonieorchester oder dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano zusammen. Im Jahr 2021 wurde sie als Solistin und als Mitglied des Festivalorchesters des 71. Festivals junger Künstler Bayreuth ausgewählt. Die junge Harfenistin genießt zunehmend internationale Anerkennung durch verschiedene Wettbewerbe. So wurde sie u.a. für den 12. USA International Harp Contest in Bloomington eingeladen.

SEP 14.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Führung

Begleitprogramm zur Ausstellung

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 14. September 2022, 12.00 Uhr

Veranstaltungort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Führung durch die Ausstellung mit Alfred Stoll

SEP 16.

Traditonen

Herbstfest der Gaststätte

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal und Terrasse im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 81669 München

Veranstaltungbeginn: Freitag, 16. September 2022, 16.00 Uhr

In Kooperation mit: Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V. und Kreisverband München des Bundes der Vertriebenen (BdV), Landesverband Bayern

Es steht für die Tradition von Gemeinschaft und Geselligkeit unter den Deutschen im östlichen Europa – das „Herbstfest“, das das HDO seit 2016, immer am letzten Freitag vor dem Oktoberfest, veranstaltet. Vertreter landsmannschaftlicher Gruppen, die an diesem Abend zusammenkommen, tragen deutsche Trachten aus Schlesien und Pommern, Böhmen und Mähren, Siebenbürgen und dem Banat. Die Wirtin der HDO-Gaststätte, Annerose Kloos, bietet auf der Speisekarte ihrer Restauration Spezialitäten aus den vielfältigen kulinarischen Traditionen dieser Regionen an. Die Blaskapelle der Siebenbürger Sachsen, die Böhmerwald-Sing- und Tanzgruppe, die Schlesische Tanzgruppe „Rübezahls Zwerge“, die Tanzgruppe der Landsmannschaft der Banater Schwaben sowie weitere Gruppen spielen und tanzen für die Gäste auf.
Ein ausführliches Festprogramm sowie weitere Informationen zum Herbstfest können Sie ab Anfang September 2022 telefonisch unter 089/ 449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de anfordern.

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Oktober 2022

OKT 5. - 6.

Studienreise

Dem religiösen Erbe des „Deutschen Ostens“ auf der Spur: Das Kloster der Deutschordensschwestern St. Nikola in Passau und die Benediktinerabtei Kloster Rohr

Die Reise findet auf Initiative des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens in München e.V. und in Kooperation mit der Sudetendeutschen Heimatpflege statt.

Leitung: Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München, und Christina Meinusch M.A., Heimatpflegerin der Sudetendeutschen

Anmeldeschluss: 31. August 2022

Es war kein Zufall, dass das Kloster St. Nikola in Passau just nach dem Zweiten Weltkrieg dem Schlaf entstieg, in den es die Säkularisierung versetzt hatte. Schwestern des Deutschen Ordens, die der Vertreibung zum Opfer gefallen waren, leiteten unter Oberin Amata Grüner (1893–1964), die 1942–1945 Provinzoberin der Deutschordensschwestern in Troppau/Opava (Mährisch-Schlesien, heute Tschechien) war, den Wiederaufbau ein. Bis heute bestimmt die Gemeinschaft die Geschicke des Klosters, das inzwischen über eine Fachakademie, einen Kindergarten und eine Pflegeabteilung verfügt. Auch das Kloster in Rohr, nahe Weltenburg, verdankt seine Wiederauferstehung ähnlichen Umständen. Der Abt des Benediktinerklosters in Braunau/Broumov (Böhmen, heute Tschechien), Dominik Prokop (1890–1970), musste 1945 im Zuge der Vertreibung mit seinen Mitbrüdern die Heimat verlassen. In Bayern wurde ihnen als neue Bleibe das ehemalige Augustiner Chorherrenstift in Rohr zugewiesen. Der Gemeinschaft gelang es, sich in dem vernachlässigten Gebäude einzurichten und dem Kloster zu einer neuen Blüte zu verhelfen: Mit einem eigenem Gymnasium und Internat ist die Abtei der Benediktiner in Rohr heute ein wichtiger Teil des öffentlichen und kulturellen Lebens der Region.

Abfahrt: 5. Oktober 2022, 9.00 Uhr, am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) an der Hackerbrücke, München.
Ein detailliertes Programm kann über poststelle(at)hdo.bayern.de oder unter 089/449993-0 angefordert werden.

Der Reisepreis für sämtliche Busfahrten der beiden Tage und die Übernachtung im Doppelzimmer im Hotel MK in Passau inklusive Frühstück und Abendessen beträgt:
bei einer Mindestteilnehmerzahl von 35 Personen: 145 €
bei einer Mindestteilnehmerzahl von 30 Personen: 155 €
bei einer Mindestteilnehmerzahl von 25 Personen: 170 €
Für eine Übernachtung im Einzelzimmer ist ein Aufpreis von 35 € zu berechnen.

Sollten weniger als 25 Personen teilnehmen, werden die bereits angemeldeten Reisegäste direkt kontaktiert. Einzelne Änderungen im Programm sind vorbehalten. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass die zu dem Zeitpunkt der Reise geltenden Vorschriften im Umgang mit dem Corona-Virus zu berücksichtigen sind.

Die Anmeldung erfolgt bei rapp Busreisen
per Post: Maienweg 26, 89358 Kammeltal-Ettenbeuren
telefonisch: 08223-6273
per E-Mail: info(at)rapp-busreisen.de

OKT 11.

Buchpräsentation

„Breslau. Freizeit und Konsum“ (2021)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungbeginn: 11. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Referent: PD Dr. Tobias Weger (München)

Der von Heinke M. Kalinke, Tobias Weger und Łukasz Bieniasz herausgegebene Band versammelt erstmals Beiträge zu Aspekten der Freizeit- und Konsumgeschichte der Hauptstadt Schlesiens im 19. und 20. Jahrhundert. Wie und wo verbrachten die Bewohner Breslaus ihre freie Zeit, wo betätigten sie sich sportlich, wo kauften sie ein, welche kulturellen Angebote nutzten sie? Diesen und weiteren Fragen geht die Publikation mit einem interdisziplinären kulturhistorischen Zugriff nach. Die Einzelbeiträge, die den Alltag in der schlesischen Metropole zum Leben erwecken, wurden auf einer breiten und vielfältigen Quellengrundlage erstellt. Zahlreiche, zum Teil hier erstmals präsentierte Illustrationen vervollständigen visuell den Einblick in das Freizeit- und Konsumverhalten der Breslauer.

PD Dr. Tobias Weger (geb. 1968 in München) ist Historiker und Übersetzer. Einer Ausbildung am Sprachen- Dolmetscher Institut in seiner Heimatstadt folgte das Studium der Geschichte und Volkskunde an der LMU München. Nach Tätigkeiten u.a. am Schlesischen Museum zu Görlitz wurde er 2005 mit der Arbeit „,Volkstumskampf‘ ohne Ende? Sudentendeutsche Organisationen, 1945-1955“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg promoviert. Als Angestellter am Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) in Oldenburg legte er 2016 seine Habilitationsschrift „Großschlesisch? Großfriesisch? Großdeutsch! Ethnoregionalismus in Schlesien und Friesland, 1918–1945“ vor. Seit 2018 ist Tobias Weger wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU. Seine zahlreichen Publikationen befassen sich u.a. mit der Geschichte und Kultur Zentral- und Südosteuropas im 19. und 20. Jahrhundert und der Migrations-, Wissenschafts-, Stereotypen-, Alltags-, Kirchen- und Religionsgeschichte.

OKT 15.

Lange Nacht der Münchner Museen 2022

Talk in der Ausstellung mit Alfred Stoll

Veranstaltungszeitraum: 15. Oktober 2022, 18.00–01.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Auch dieses Jahr laden wieder rund 90 Münchner Museen und Sammlungen, Galerien, Kirchen, architektonische Schmuckstücke und besondere Orte zum nächtlichen Streifzug durch Kunst, Kultur, Naturwissenschaft und Technik ein. Der einzigartige Mix von teilnehmenden Ausstellungshäusern und die Atmosphäre zur nächtlichen Stunde machen den besonderen Reiz aus. Neben den regulären Ausstellungen erwarten die Nachtschwärmer*innen wieder viele Attraktionen und Sonderprogramme wie zum Beispiel Führungen, Lichtinstallationen, Performances, Vorführungen und Mitmachprogramme. (Text: Münchner Kultur GmbH).

Das Haus des Deutschen Ostens, München, präsentiert im Rahmen der Langen Nacht 2022 seine aktuelle Ausstellung METAMODERN GROTESK. Digitale Kunst von Alfred Stoll. Der Künstler Alfred Stoll wird an diesem Abend in unserer Galerie zugegen sein und spricht bei einem Talk in der Ausstellung über seine digitale Malerei und Grafik.

Der Talk in der Ausstellung finden jeweils um 18.00 Uhr und um 21.00 Uhr statt.

Alle Infos zu den Tickets und zum Programm finden Sie auf der Webseite der Langen Nacht der Münchner Museen. Klicken Sie bitte dafür hier.

OKT 16.

Literatur-Brunch

Frauen schreiben Geschichte(n) II: Puchianu, Kondrat, Link

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: Sonntag, 16. Oktober 2022, 11.00 Uhr

Musikalische Begleitung: Gergely Szurgyi (Gitarre)

In Kooperation mit: danube books Verlag, Kulturwerk der Banater Schwaben e.V. und Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V.

Carmen Elisabeth Puchianu, Kristiane Kondrat und Hilde Link sind Gäste der zweiten Ausgabe der Lesereihe „Frauen schreiben Geschichte(n)“. Sie findet 2022 im Format eines Literatur-Brunches mit kulinarischen und musikalischen Häppchen statt. Die Themen der drei Autorinnen sind in den multikulturellen und mehrsprachigen Geschichts-, Kultur- und Sprachräumen Südosteuropas angesiedelt. Sie kamen zu ihnen auf unterschiedlichem Wege. Puchianu wurde im siebenbürgischen Kronstadt geboren und ist heute eine der bedeutenden Akteurinnen seiner Kulturszene. Kristiane Kondrat stammt aus dem Banater Bergland – und dieses ist als literarischer Topos in ihrem Werk präsent. Die gebürtige Münchnerin Hilde Link führte ihr Interesse an historischen Themen an die Orte der donauschwäbischen Geschichte. Carmen Elisabeth Puchianu machte als Schriftstellerin, vor allem aber als Regisseurin und Darstellerin der experimentellen Bühne seit Anfang der 1990er Jahre auf sich aufmerksam. Kristiane Kondrat nimmt in der deutschsprachigen Literatur aus dem Banat eine Sonderstellung ein: im Mittelpunkt ihres Werks, das u.a. ihre „Schubladen-Texte“ aus der Zeit der kommunistischen Literatur in Rumänien verarbeitet, steht das Thema der „existenziellen Unbehaustheit des Menschen“ („Spiegelungen“), das sie, sich an der Grenze zwischen Realität und Fiktion bewegend, in surrealen Bildern poetisch aufarbeitet. Das Themenspektrum, mit dem sich Hilde Link in ihrem Werk auseinandersetzt, reicht von der gesellschaftlichen Situation intergeschlechtlicher Menschen über das sakrale Theater und religiöse Raum- und Zeitkonzeptionen in Indien bis zur Nationalität und Identität im transnationalen Diskurs. Übrigens: Die erste Ausgabe von „Frauen schreiben Geschichte(n)“ fand im Rahmen der Langen Nacht der Münchner Museen 2021 statt (siehe hierzu den Bericht in der Süddeutschen Zeitung)

Gergely Szurgyi (Gitarre) wurde 1994 in Ungarn geboren. Er begann mit neun Jahren Gitarre zu spielen, nahm vier Jahre lang Privatunterricht und besuchte ab 2008 die Klasse von Ede Roth am Egressy Béni Conservatory. 2019 schloss er sein künstlerisches Gitarrenstudium dort ab und absolviert seitdem an der Hochschule für Musik in Nürnberg sein Masterstudium. Gergely Szurgyi war in zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich. Neben dem Solo-Spiel legt er großen Wert auf Kammermusik. Zusammen mit Freunden gründete er 2014 das Tritonus Guitar Trio, welches seitdem zahlreiche Erfolge aufweisen konnte. Ihr größter Erfolg war der Gewinn der Guitar Foundation of America Ensemble Competition in Miami im Jahr 2019.

Ein detailliertes Programm kann ab September 2022 über poststelle(at)hdo.bayern.de oder unter 089/449993-0 angefordert werden.

„Die Professoressa. Ein Erotikon in gebundener und ungebundener Rede“ (2019): Lesung und Literaturtalk mit Carmen Elisabeth Puchianu

Moderation: Dr. Iris Oberth (München)

Was beobachtet die Autorin Carmen Elisabeth Puchianu, worüber sinnt sie nach, was verschweigt sie, was gibt sie preis? Sie lässt ihr Lesepublikum wissen, seit einigen Jahren gebe sie der Versuchung nach, ihr Gefühlsleben und ihre Gedankenwelt mit den Mitteln der darstellenden Kunst, des Bühnenauftritts, gar der turbulenten Schau zu äußern. Doch warnt sie gleichzeitig vor der Annahme, in all der sprachlichen und gestisch-mimischen Exzentrizität liege der umfassende Ausdruck ihres Wesens; bloß Einzelaspekte ihres Seins würden verdeutlicht. In den Spannungsbogen zwischen überdeutlicher Aussage und instinktiver Zurückhaltung, zwischen herbem Stilgepräge und sorgfältiger Umschreibung fügen sich die Texte der neuen Buchausgabe ein. Versgebilde bieten Zeugnisse unmittelbaren Erlebens oder zehren von Erinnerung, Prosaschilderungen sind dem Wechsel von freundlich-beherzter Mitteilsamkeit und lakonischer Skepsis unterworfen, graphische Skizzen und sonstiges Bildmaterial gewähren Einblicke in ganz persönliche Bereiche. Während der Lektüre wird bald deutlich, dass der Tod ein Hauptmotiv der Textzusammenstellung ist. Er wird nicht, wie im Alltag oft, möglichst kurz abgetan, sondern mit vielerlei Einschätzungen bedacht. Manches Stück kommt als Burleske daher, standortgemäß als Karpatische Burleske – als „Karpateske“. (Joachim Wittstock, Pop Verlag Ludwigsburg)

Professor Dr. Carmen Elisabeth Puchianu (geb. 1956 in Kronstadt/Braşov/Brassó, Rumänien) ist Schriftstellerin, Theaterschaffende und Germanistin. Nach dem Besuch der deutschen Schule in Kronstadt und dem Abitur am Honterus-Gymnasium studierte sie 1975–1979 Anglistik und Germanistik an der Universität Bukarest. Nach einigen Jahren Tätigkeit im Schuldienst ist sie seit 1995 Lektorin und Dozentin, seit 2017 Professorin für Deutsche Literatur an der Transilvania Universität, Kronstadt. Von Carmen Elisabeth Puchianu liegen u.a. vor: „Das Aufschieben der zwölften Stunde auf die dreizehnte. Gedichte“ (1991); „Amsel – schwarzer Vogel. Erzählungen“ (1995); „Der Begräbnisgänger. Geschichten“ (2007); „Patula lacht. Roman“ (2012).

„Bild mit Sprung. Erzählungen“ (2021): Lesung und Literaturtalk mit Kristiane Kondrat

Moderation: Thomas M. Zehender (Ulm)

Kindheitserinnerungen aus dem Banater Bergland, erzählt aus der Sicht des Kindes und der sich erinnernden Erwachsenen, zwischen Realität und Fiktion.

„Es war mein Wunsch gewesen, beim Schreiben der Erzählungen Ende der 90er Jahre, mit einem zeitlichen Abstand von über 50 Jahren, die Landschaft und den Ort meiner Kindheit wie auch die Atmosphäre der damaligen Zeit wieder erstehen zu lassen – eine Welt, die es so nicht mehr gibt. Vor allem aber die Welt, wie sie das damalige Kind erlebt hat. Den Text habe ich im Laufe des vergangenen Jahres leicht überarbeitet: Es sind einzelne Szenen, die ich über die Grenzen des tatsächlichen Geschehens hinausgeführt habe in eine Dimension, die den Vorstellungen und Gefühlen des damaligen Kindes gerecht wird. Zugleich machen diese Szenen sichtbar, was sich in der Fantasie des Kindes hinter dem Alltag verbirgt. Der Ort des Geschehens liegt im Banater Bergland, das sich über die westlichen Ausläufer der rumänischen Südkarpaten bis zur Donau erstreckt; ein Gebiet, das bis 1920 Teil des Habsburgischen Reiches war und seit dem Vertrag von Trianon (1920) zu Rumänien gehört. Doch nicht nur „eine Welt, die es so nicht mehr gibt“, wollte ich in Erinnerung bringen, sondern vielmehr das Kindsein selbst, das jeder anders, jedoch ähnlich erlebt hat; die Welt, wie sie ein Kind im „magischen Alter“ mit all seinen Sinnen wahrnimmt. Somit sind die Erzählungen aus einer Doppelperspektive entstanden, aus der Perspektive der sich erinnernden Erwachsenen und zugleich aus der Perspektive des Kindes.“ (Kristiane Kondrat)

Kristiane Kondrat, eigentlich Aloisia Bohn (geb. 1938 in Reschitz im Banater Bergland, Rumänien), stammt aus einer deutschsprachigen Familie mit sozialdemokratischer Tradition. Nach dem Studium der Germanistik und Rumänistik in Temeswar arbeitete sie als Deutschlehrerin und Kulturredakteurin der Neuen Banater Zeitung. 1968 erschien ihr Gedichtband „Regenbogen“ im Jugendverlag Bukarest. Seit 1973 lebt die Autorin in Deutschland. Sie war u.a. als freiberufliche Kulturjournalistin für die Süddeutsche Zeitung tätig. Bei danube books ist (2019) bereits ihr Roman „Abstufungen dreier Nuancen von Grau“ erschienen. 2017 erhielt sie den „Spiegelungen“-Literaturpreis, 2022 wurde sie für den Lyrikpreis Meran (Italien) nominiert.

„,Die Weltreisenden‘ – Schleichwege zum Hass“ (2021): Lesung und Literaturtalk mit Dr. Hilde Link

Moderation: Lilia Antipow (HDO, München)

Sie nannten sich „Weltreisende“, diese arglistigen Gesellen, die schon Ende der Zwanzigerjahre aus dem Reich auf dem Balkan auftauchten und in der dortigen Bevölkerung Hass und Zwietracht säten. Welche Mechanismen greifen, welche Kräfte sind am Werk, wenn aus Nachbarn Feinde werden, wenn Ausgrenzung im Massenmord endet, wenn antisemitische Hetze zur Vernichtung von Juden führt? Basierend auf Zeitzeugen-Berichten, erzählt die Ethnologin Hilde Link die Geschichte von zwei Freunden und einem jüdischen Mädchen in einem serbischen Dorf. Da spielt sich im Kleinen ab, was im Großen geschieht. Sepp, Friddi, Lena und ihre Familien geraten in den Sog von politisch organisierter Gewalt. Dabei fing alles doch so harmlos an. Ein spannender Oral History-Roman aus der Vojvodina, in dem die renommierte Ethnologin Hilde Link ein wenig bekanntes und unrühmliches Kapitel donauschwäbischer Geschichte gründlich aufarbeitet.

Dr. Hilde Link (geb. in München) studierte Ethnologie, Philosophie und katholische Theologie. Sie arbeitete in Forschung und Lehre am Institut für Ethnologie der Freien Universität Berlin, am Institut für Ethnologie der LMU München, an der Pondicherry University, Indien, und an der Università della Svizzera Italiana in Lugano, u.a. zu Identität und Nationalität. Nach dem Tsunami 2004 gründete Hilde Link zusammen mit ihrem Mann das Prana-Hilfsprojekt in Indien. Sie hat bislang acht Bücher veröffentlicht, zuletzt „Indisches Drama. Eine Ethnologin erzählt.“ (Reimer 2020).

OKT 19.

Filmsoirée

Neu entdeckt: Sagen, Märchen und Mythen aus Böhmen, Mähren und Schlesien

Referent: Edwin Bude (München)

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 19. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 81669 München

In Kooperation mit: Sudetendeutsche Heimatpflege

Im Dokumentarfilm „Die ehemaligen deutschen Ostgebiete und ihre Sagen, Märchen und Mythen“ (2022) von und mit Edwin Bude werden Schlesien, Ostpreußen, Böhmen und Mähren sowie weitere Landschaften im östlichen Europa vorgestellt. Cornelius von der Heyden führt Gespräche mit Brunhilde Reitmeier-Zwick, Bernd Posselt und Professor Dr. Andreas Otto Weber über das jeweilige Gebiet und seine Geschichte. Typische Märchen, Sagen, Mythen und Legenden aus diesen Regionen runden den Film ab.

Edwin Bude (geb. 1956), vom Beruf Programmierer, ist auch als Buchautor und Filmregisseur hervorgetreten. Einer seiner Schwerpunkte liegt dabei auf der Geschichte und Kultur Böhmens und Mährens.

OKT 20.

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Dott. Stefan Planker

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 20. Oktober 2022, 15.00 Uhr

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Seit Juli 2021 ist Dott. Stefan Planker Direktor des neuen Sudetendeutschen Museums in München. Geboren 1968 in Bozen (Italien) war er nach seinem Studienabschluss seit 2002 als Direktor des Landesmuseum Museum Ladin Ciastel de Tor in St. Martin in Thurn (Südtirol, Italien), seit Juli 2011 zusätzlich auch als Direktor der neu eröffneten Außenstelle des Museum Ladin Ursus ladinicus in St. Kassian (Südtirol, Italien) tätig. In dieser Funktion wirkte er als Projektmanager, Kurator zahlreicher Ausstellungen und Museumspädagoge. Von Dott. Stefan Planker liegen u.a. folgende Publikationen vor: Kurzführer des Museum Ladin (2002); Otto Irsara (2005), Frauen in Ladinien (2006), Ji en Jeunn: Die Wallfahrt der Gadertaler Pfarreien nach Säben (2006), Enconton la Ladinia (Geschichte und ladinische Kultur; 2010), Endstation Zukunft - Die Grödner Bahn zwischen Erinnerungen und Visionen (2011).

OKT 20.

Filmsoirée

„Zwei Brüder – Zwei Nationalitäten“ (2020)

Referentin: Petra Dombrowski (Eching am Ammersee)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 20. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Adalbert Stifter Verein e.V. und Sudetendeutsche Heimatpflege

Auf familiärer Spurensuche wendet sich Petra Dombrowski der Geschichte der Tschechoslowakei und Deutschlands zwischen 1935 und 1959 zu. Im Zentrum des Films stehen zwei tschechische Brüder, deren Entscheidungen sie unterschiedliche Wege durch die ereignisreichen Zeiten nehmen lassen. Während ein Bruder Tscheche bleibt, entscheidet sich der andere für die deutsche Staatsbürgerschaft und wird nach dem Krieg nach Deutschland abgeschoben. Steht diese Handlung exemplarisch für die Auswirkungen komplexer geschichtlicher Abläufe auf Individuen und ganze Generationen, schwingt gleichzeitig die Botschaft mit, dass es in der Nationalitätenfrage nicht nur ein „Entweder-oder“, sondern gleichsam ein „Sowohl-als-auch“ gibt. Das Filmprojekt wurde vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dem Haus des Deutschen Ostens und dem Schönhengster Heimatbund gefördert.
„Die Geschichte, die ich in dieser Dokumentation erzählen möchte, spielt in Zeiten des Zweiten Weltkriegs und des kalten Krieges. Sie folgt den ganz entgegengesetzten Lebenswegen und Entscheidungen zweier Brüder zwischen tschechischer und deutscher Identität und Loyalität.“ (Petra Dombrowski).

Petra Dombrowski machte sich nach einer Ausbildung an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien in Stuttgart, als Grafikdesignerin und Filmemacherin (Petra Dombrowski – Film und Design) selbstständig. Das Anliegen, das sie mit ihrem Schaffen verfolgt, beschreibt Dombrowski mit den Worten, „Geschichte lebendig machen“ zu wollen. Insbesondere familiengeschichtliche Themen finden in verschiedenen Filmproduktionen wie „Roadmap einer Straßendirne“ (2015) Berücksichtigung. Ihr Projekt „Rückblende“ (https://petra-dombrowski.de/) bietet dem Kunden eine „persönliche Zeitmaschine“ in Form von individuell recherchierten und produzierten Filmdokumentationen, Biographie-Broschüren und Chroniken.

OKT 27.

Lesung

„Wodka mit Grasgeschmack“ (2019)

Referent: Dr. Markus Mittmann (Braunschweig)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 27. Oktober 2022,19.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ein VW-Beetle, die Autobahn Richtung Osten, eine Reise zu viert, eine Familie. Eindringlich, bildlich und voller Leben erzählt Markus Mittmann eine Geschichte von heute, legt dabei die unausweichliche Macht der Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft in einen Topf und rührt kräftig um. In mitreißenden Gegensätzen, gewürzt mit entlarvendem Humor, führt die Reise nach Polen. Eine Geschichte, die bewegt, weil sie so tief mit uns selbst zu tun hat. Erstmals seit ihrer Vertreibung wagen sich die Eltern in die Dörfer ihrer Kindheit, die Söhne dagegen in eine geheimnisvolle Welt, in ein Gespinst aus Erzählungen und Vorstellungen. Die Spurensuche an Orten und in verdrängten Erlebnissen beginnt. Ob in der Enge des Autos oder bei Schweinebauch und Kraut, immer erkennbarer wird das Erinnern zum Verstehen und die Fahrt zu einer Suche nach Grenzlinien, die nur auf dieser Entdeckungsreise überschritten werden können, jetzt und nur noch ein einziges Mal. Oder nie!

Dr. Markus Mittmann studierte Germanistik, Architektur und Kunstgeschichte an der TU Braunschweig. Mit einem Thema zur Architektur im Nationalsozialismus promovierte er in Hannover. „Wodka mit Grasgeschmack“ ist sein erster Roman, in dem er persönliche Erfahrungen aus seiner Familie verarbeitet.

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November 2022

NOV 4.

Eröffnungsveranstaltung

Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt. Zwei Städte in Siebenbürgen fotografiert von Jürgen van Buer

Ausstellung des Hauses des Deutschen Ostens

Ausstellungsort: Multicultural Centre of Transilvania University, Bulevardul Eroilor 29, Brașov 500036, Rumänien

Ausstellungszeitraum: Samstag, 5. November, bis Freitag, 13. Januar 2023

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 14.00 bis 19.00 Uhr

Eröffnungsveranstaltung: Freitag, 4. November 2022, 18.00 Uhr

In Kooperation mit: Multicultural Centre of Transilvania University, Kronstadt / Brașov, Rumänien

„Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt“: Jede dieser siebenbürgischen Städte entwickelte sich im Verlaufe ihrer Geschichte zu einem je eigenen Kosmos, auch wenn gegenseitige Berührungen und das aufeinander angewiesen Sein unübersehbar sind. Selbst für diejenigen, die den jeweiligen Kosmos, in dem sie groß geworden sind, zu kennen glauben, birgt dieser immer beides zugleich – Fremdes und Vertrautes. Die Frage, wann das Fremde zum Vertrauten wird, kann kaum generell beantwortet werden. Dieser Prozess wird von zu vielen sehr individuellen, vor allem auch biografischen Faktoren beeinflusst. Allerdings gilt auch dies: Ängste vor dem Fremden ungehemmt auszuleben, ist ein gesellschaftliches No-Go. So ist die aktuelle Frage mehr denn je: Wie wird das mir Fremde zum Vertrauten, ohne dass ich das Fremde seiner Identität beraube? Die großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien von Jürgen van Buer sind eine Aufforderung an die Betrachter, ihre je individuelle Antwort auf die Frage dieser Ausstellung zu finden.

Kurator: Josef Balazs (Nürnberg)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der über den Buchhandel zu beziehen ist:
Josef Balazs (Hg.): Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt – zwei Städte in Siebenbürgen, fotografiert von Jürgen van Buer. Mit Texten von Josef Balazs und Carmen Elisabeth Puchianu. Logos Verlag Berlin, 2021. 146 S. ISBN 978-3-8325-5404-0. 39,- Euro

Die Ausstellung ist auch als virtuelle Ausstellung mit 3D-Navigation (Realisierung: Oliver Balazs, Berlin) hier online zugänglich.

NOV 6.

HDO in Deutschland

„Kann Spuren von Heimat enthalten – Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa“

Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens, München

Ausstellungsort: Erinnerungsort BADEHAUS, Kolpingplatz 1, 82515 Wolfratshausen

Ausstellungszeitraum: Sonntag, 6. November 2022, bis Sonntag, 23. April 2023

Eröffnungsveranstaltung: Sonntag, 6. November 2022, 18.00 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung spricht Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München.

In Kooperation mit: Erinnerungsort BADEHAUS

Hungerjahre und Überfluss, Familienrezepte, die Wiedergründung von Firmen und die Herstellung altbekannter Produkte, Identitätserhalt und Integration – all das bestimmte das Leben und den Alltag vieler Deutschen aus dem östlichen Europa, ob sie nach 1945 als Flüchtlinge und Vertriebene oder im Laufe der folgenden Jahrzehnte als Aussiedler und Spätaussiedler nach Deutschland kamen. Die Ausstellung zeigt neben diesen Themen auch die landwirtschaftliche Vielfalt der Herkunftsregionen der Deutschen aus dem östlichen Europa und stellt typische Gerichte vor, seien es aufwendige Resteessen, Knödel und Nocken, Klopse oder die süßen Bienenkörbe und Damenkaprizen. Von November 2022 bis April 2023 wird die HDO-Wanderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“ nach verschiedenen Stationen in Bayern, Deutschland und Europa in Waldram präsentiert.

NOV 8.

Ausstellungseröffnung

Ausstellung Flüchtlinge und Vertriebene im Münchner Norden

Ausstellung der Sudetendeutschen Landsmannschaft e.V.

Kuratoren: PD Dr. Peter Münch-Heubner, Dr. Falk Bachter (beide München)

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungszeitraum: Mittwoch, 9. November 2022, bis Freitag, 27. Januar 2023

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags), Weihnachtferien geschlossen

Eröffnungsveranstaltung: Dienstag, 8. November 2022, 18.00 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung sprechen Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München, und Dr. Falk Bachter (Ausstellungskurator).

In Kooperation mit: Sudetendeutsche Landsmannschaft e.V.

Die Ausstellung „Flüchtlinge und Vertriebene im Münchner Norden“ gibt am Beispiel der bayerischen Landeshauptstadt einen Einblick in die Auswirkungen der erzwungenen Massenwanderung nach dem Ende des II. Weltkrieges. Sie zeigt, mit welch unerhörter Energie sich die Entwurzelten in ihrem Zufluchtsort ein neues Zuhause schufen. Nach einer Darstellung der allgemeinen Situation der Flüchtlinge und Vertriebenen im Münchner Norden – in Freimann, Kieferngarten, Karlsfeld und Oberschleißheim/Hochbrück – liegt der Fokus der Präsentation auf den Leistungen der Neubürger beim Wiederaufbau, auf ihrer Rolle als Gründer und Gestalter neuer Ortsteile, auf Fragen ihrer politischen, beruflichen, sozialen und kulturellen Integration. Sie bietet einen Gesamtüberblick über das Thema und befasst sich zugleich mit Einzel- und Familienschicksalen. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit Gemeindearchiven, Vertriebenen- und Aussiedlerverbänden und mit Privatpersonen, die auch das Dokumenten- und Fotomaterial zur Verfügung stellten. Die Beispiele aus dem Münchner Norden können durchaus für Deutschland als Ganzes stehen. In Anbetracht des Ukraine-Krieges soll diese Präsentation Mahnung und Hoffnung zugleich sein: Nie wieder Krieg mit seinen unmenschlichen und apokalyptischen Folgen.

NOV 10.

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Irina von Schlippe

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 10. November 2022, 15.00 Uhr

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Irina von Schlippe (geb. Frelich) wurde 1931 in Riga (Lettland) geboren und entstammt dem deutschbaltischen Adel. Nach der bolschewistischen „Oktoberrevolution“ von 1917 war es ihrer Familie gelungen, Sowjetrussland zu verlassen. Auf verschiedenen Wegen kamen ihre Mitglieder zuerst nach Riga und dann 1941 – über den so genannten „Warthegau“ bzw. über Łódź – nach Deutschland. Anfangs in Berlin, kehrte die Familie während des Zweiten Weltkrieges nochmals nach Riga zurück, um schließlich wieder – und diesmal für immer – nach Deutschland auszureisen. Der Vater von Irina von Schlippe, Sergej Frelich, kämpfte im Krieg auf der Seite der Russischen Befreiungsarmee von General Andrej Vlasov und war einer seiner engsten Vertrauten. Während der Schlacht um Berlin floh die Familie nach Süddeutschland. In ihrer Villa in München-Passing verkehrten führende Vertreter der politischen und kulturellen Elite der russischen Emigration. Irina von Schlippe studierte Kunstgeschichte an der LMU München und besuchte u.a. Vorlesungen beim berühmten russischen Gelehrten und Philosophen Fedor Stepun. Später arbeitete sie für Radio Liberty und engagierte sich für wohltätige Zwecke. So war sie u.a. Mitglied im Beirat des Tolstoi Hilfs- und Kulturwerks.

NOV 10.

Programmreihe / Vortrag

Oberbayern im Ostseeraum. Betrachtungen zur Verbreitung von Arbeiten Wessobrunner Stuckateure im 18. Jahrhundert

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 10. November 2022, 19.30 Uhr

Referent: Torsten Veit (Greifswald)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Deutsche Burgenvereinigung e.V.

Der Vortrag konzentriert sich auf Netzwerke von Stuckateuren aus Wessobrunn, einem kleinen Dorf in Oberbayern, die im 18. Jahrhundert mit ihren Werkstätten in den Ostseeraum abwanderten. Da es so gut wie keine Dekorationen im Original gibt, musste ein Weg gefunden werden, vergleichbare Daten zu sammeln, ohne stilistische Analysen und weit verbreitete Musterbücher zu verwenden. Durch die Kartierung der gesamten Verbreitung ihrer Werke in Europa von 1600 bis 1800 auf der Makroebene und die Identifizierung der familiären und beruflichen Beziehungen ausgewählter Stuckateure, Mitarbeiter und anderer Personen auf der Mikroebene unter Verwendung von Methoden der digitalen Geisteswissenschaften versuchte man dabei den Kosmos dieser Handwerker zu rekonstruieren. Hierfür wurden Datensätze aus heterogenen Quellen erstellt und in verschiedene Softwarelösungen zur Visualisierung und Interpretation dieser Daten eingegeben. Das Ergebnis sind zum einen Netzwerke von fast 200 Stuckateuren im abstrakten und konkreten Raum mit 450 Grundbeziehungen und zum anderen Karten und Diagramme von etwa 1200 Aktivitäten an 842 Orten. Die Visualisierungen selbst sind ein wichtiges Werkzeug für diesen Forschungsprozess und beeinflussen die Wissensproduktion spürbar. Durch die Überlagerung der in Preußen und im Ostseeraum tätigen Stuckateure mit denen in Oberbayern wird deutlich, dass diese zwar eine gemeinsame Herkunft und zahlreiche Beziehungen hatten, sich aber in der Formensprache ihrer Dekorationen stark unterschieden. In dieser Hinsicht scheint das Konzept der Wessobrunner Schule nicht mehr haltbar zu sein. Die Forschungen von Torsten Veit zielen darauf ab, als Fallstudie für die Nutzung des Digitalen zu dienen, aus impliziten Daten explizite Informationen zu generieren und damit einen Mehrwert für die kunsthistorische Forschung in einer wenig untersuchten Epoche und Grenzregion zu schaffen und neue Erkenntnisse über Studien zu Kulturtransfer und vormodernen Migrationen zu gewinnen.

Torsten Veit ist Kunsthistoriker, Steinmetz und Steinbildhauer. Nach seinen Ausbildungen in Deutschland und Italien begann er ein Studium der Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Greifswald. Sein Masterstudium schloss er 2015 mit der Arbeit „‚Oberflächlich betrachtet‘ – Studien zur Oberflächenbehandlung und -wirkung in der barocken Bildhauerei bei Bernini und Schlüter“ ab. Von 2016 bis 2019 war Torsten Veit wissenschaftlicher Mitarbeiter im IRTG „Baltic Borderlands. Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region” an der Universität Greifswald. Seit dieser Zeit ist er Doktorand bei Professor Dr. Kilian Heck. Aktuell ist er als wissenschaftlicher Koordinator und Datenmanager im Forschungsprojekt Herrenhauszentrum des Ostseeraums tätig.

NOV 17.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Zeitzeugengespräch mit Ilsa Oberbauer (Karlsfeld)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 17. November 2022, 19.00 Uhr

In Kooperation mit: Sudetendeutsche Landsmannschaft e.V.

Als kleines Mädchen musste Ilsa Oberbauer 1945 zusammen mit ihrer Mutter und mehreren Geschwistern aus Tachau (Nordwestböhmen / Tschechien) fliehen. Nach einer Zwischenstation am Tegernsee ließ sie sich 1962 in Karlsfeld nieder. Hier war sie 39 Jahre lang als Lehrerin in der örtlichen Grundschule tätig. Seit Jahrzehnten betreut Ilsa Oberbauer außerdem das Heimatmuseum in Karlsfeld. In dieser Funktion leistete sie einen entscheidenden Beitrag zur Erinnerung an die Geschichte der Vertriebenen und Flüchtlinge im Ort. Sie setzte zahlreiche Ausstellungen im Heimatmuseum um und machte Führungen für Jung und Alt, unter anderem mit einem Schwerpunkt in der Geschichte der Deutschen aus dem östlichen Europa, die nach 1945 in Karlsfeld eine „zweite“ Heimat fanden. 2002 legte Ilsa Oberbauer die Chronik „200 Jahre Karlsfeld“ vor, die im Auftrag der Gemeinde Karlsfeld entstanden ist. 2019 wurde sie für ihren ehrenamtlichen Einsatz mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. (Text unter Verwendung von: https://www.karlsfeld.de)

NOV 22.

Programmreihe / Vortrag

Herrenhäuser im Ostseeraum

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 22. November 2022, 19.30 Uhr

Referentin: Professor Dr.-Ing. Sabine Bock (Schwerin)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Deutsche Burgenvereinigung e.V.

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert beschäftigt sich Professor Dr.-Ing. Sabine Bock mit den Herrenhäusern im Ostseeraum, die in den letzten Jahrzehnten zu Touristenmagneten wurden. Unabhängig von der heutigen Nutzung der Häuser und ihrer regionalen Verortung – in Dänemark, Norwegen oder Schweden, in Deutschland, Finnland, Russland, den baltischen Staaten oder Polen, sind sie alle Teil einer historischen Kulturlandschaft. Sie sind bauliche Zeugnisse der über Jahrhunderte im Ostseeraum dominanten Gutswirtschaft. In ihrem Vortrag stellt Sabine Bock die Typologie der Herrenhäuser in mehreren Zeitschnitten und im Kontext der Geschichte des Ostseeraumes und seiner Agrarverfassung vor.

Professor Dr.-Ing. Sabine Bock ist Architekturhistorikerin und Denkmalpflegerin. Nach ihrem Architekturstudium in Weimar war sie in den 1980er Jahren als Oberkonservatorin am Institut für Denkmalpflege der DDR tätig. Später war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie Professorin für Altbausanierung, Architekturgeschichte und Denkmalpflege in Coburg. Seit 2003 ist sie Mitglied der Historischen Kommissionen für Pommern und Mecklenburg-Vorpommern. Zu ihren Veröffentlichungen zählen u.a.: (als Mithg.): Kirchen auf Rügen und Hiddensee (1992); (als Mithg.): Schlösser und Herrenhäuser auf Rügen (2011); Herrenhäuser im Wandel der Zeiten (2008); (als Mithg.): Schlösser und Herrenhäuser der Ostseeregion (2017); Herrenhäuser in Estland (2020).

NOV 23.

Buchpräsentation

„Flucht. Eine Menschheitsgeschichte“ (2020)

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 23. November 2022, 19.00 Uhr

Referent: Dr. Andreas Kossert (Berlin)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Andreas Kossert, renommierter Experte zum Thema Flucht und Vertreibung im 20. Jahrhundert und Autor des Bestsellers „Kalte Heimat“ (2008), stellt in seinem neuen Buch die Flüchtlingsbewegung des frühen 21. Jahrhunderts in einen großen geschichtlichen Zusammenhang. Immer nah an den Einzelschicksalen und auf bewegende Weise zeigt Kossert, welche existenziellen Erfahrungen von Entwurzelung und Anfeindung mit dem Verlust der Heimat einhergehen – und warum es für Flüchtlinge und Vertriebene zu allen Zeiten so schwer ist, in der Fremde neue Wurzeln zu schlagen. Ob sie aus Ostpreußen, Syrien oder Indien flohen: Flüchtlinge sind Akteure der Weltgeschichte und Andreas Kossert gibt ihnen mit diesem Buch eine Stimme. Das Buch wurde mit dem NDR Kultur Sachbuchpreis 2020 und dem Preis für „Das politische Buch“ 2021 der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet.

Dr. Andreas Kossert (geb. 1970) studierte Geschichte, Slawistik und Politikwissenschaft. Von 2001 bis 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Warschau. Seit 2010 ist er Mitarbeiter der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung (Berlin). Zu seinen Publikationen zählen u.a. „Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945“ (2008) und „Ostpreußen. Geschichte einer historischen Landschaft“ (2014). Für seine Arbeiten wurde er 2008 mit dem Georg-Dehio-Buchpreis ausgezeichnet.

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Dezember2022

DEZ 2. - 3.

Traditionen

Feier der Heiligen Barbara

Festgottesdienst zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute

Veranstaltungsbeginn: 2. Dezember 2022, 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: St. Jakobskirche am Anger, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Festakt zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute

Veranstaltungsbeginn: 3. Dezember 2022, 16.00 Uhr

Veranstaltungsort: Kantine des Bundeswehrverwaltungszentrums München, Dachauer Straße 128, Gebäude 14, 80637 München

In Kooperation mit: Kreisgruppe München der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V.

Die Feier wird am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, begangen, der bereits seit dem 12. Jahrhundert zum Festtagskalender der katholischen Kirche gehört. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ist der Barbaratag ein Bestandteil der oberschlesischen Festtradition und gilt als einer der bedeutendsten Feiertage im Jahreslauf. Von Oberschlesien breitete sich der Brauch auch in Mitteldeutschland aus. Die Hl. Barbara steht für Glaubensfestigkeit und gilt als Schutzpatronin der Sterbenden, der Bergleute und der Geologen, der Architekten und der Bauarbeiter sowie der Feuerwehr. Die besondere Verehrung, die der Heiligen in Oberschlesien zukommt, ergibt sich daraus, dass sie auch als Schutzpatronin der Region gilt. Am Namenstag der Heiligen fanden in oberschlesischen Gebieten Kirchenfeier, Grubendankfeste und Geselligkeiten statt. In mit Tannengrün geschmückten Zechenhäusern sowie in anderen Festräumlichkeiten wurden St. Barbara-Altäre oder Barbarabilder aufgestellt. Heute ist es üblich, auch oberschlesische Wappen und Grubenlampen an einer repräsentativen Stelle zu platzieren. Höhepunkt des Barbaratages war und ist ein Bergmannsumzug, der sich aus Musikern, Uniformierten und Nichtuniformierten zusammensetzt. Die Bergmänner tragen dabei ihre traditionellen Trachten, schwarze Bergmannskittel mit 29 goldenen Knöpfen – die Zahl symbolisiert das Lebensalter der Heiligen – und mit Federbüschen geschmückte Tschakos auf dem Kopf. Es war üblich, aufgeblühte Kirschenzweige seinen Nächsten mit Glückwünschen zu überreichen. Nach 1945 zelebrieren Schlesier, die infolge von Flucht und Vertreibung nach Deutschland kamen, bei der Barbarafeier die Traditionen der schlesischen Heimat.

DEZ 4.

Traditionen

Adventsgottesdienst mit Abendmahl nach der alten schlesischen Liturgie

Veranstalter: Gemeinschaft evangelischer Schlesier e.V.

Veranstaltungsbeginn: 4. Dezember 2022, 14.30 Uhr

Veranstaltungsort: Magdalenenkirche, Ohlauer Straße 16, 80997 München-Moosach

Prediger: Dekan i. R. Thomas Kretschmar

Die Reformation verbreitete sich in Schlesien seit dem 16. Jahrhundert, die deutsche Bevölkerung der Region wurde mehrheitlich evangelisch. Zwar musste die evangelische Kirche im Zuge der Gegenreformation Rückschläge erleiden, nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, erst recht nach dem Anschluss Schlesiens an Preußen im 18. Jahrhundert wurden jedoch alle Beschränkungen in der Glaubensausübung für Luthers Anhänger aufgehoben. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt die Universität Breslau als erste akademische Anstalt in Schlesien eine evangelische theologische Fakultät. Nach Kriegsende 1945 und der darauffolgenden Vertreibung hielten evangelische Schlesier, die in den Westen kamen, an den Kirchenritualen ihrer Heimat fest. Dazu gehörte die alte schlesische Liturgie. Im Unterschied zu anderen liturgischen Ordnungen der evangelischen Kirche setzt sie den Akzent auf die aktive Beteiligung der Gläubigen am Gottesdienst. Eine große Rolle spielt dabei das Gebet, das von der Gemeinde im Chor gesungen wird. Die schlesische Liturgie verwendet außerdem ihre eigenen Gesangbücher, deren Liedbestand sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach änderte. Die ältesten Lieder, die bereits über 400 Jahre alt sind, gehen auf die schlesischen Dichter Christian Knorr von Rosenroth und Johann Heermann zurück. In musikalischer Hinsicht steht die schlesische Liturgie der katholischen und orthodoxen Kirchenmusik nahe. Sie präsentiert somit ein Stück lebendiger Geschichte der evangelischen Kirche in dieser Region.

DEZ 8.

Filmsoirée

„Verschleppt – Das Schicksal der zivilen deutschen Zwangsarbeiter“ (2020)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 8. Dezember 2022, 19.00 Uhr

Teilnehmer: Alexander Landsberger (München), Adam Zirk (Biberach an der Riß, angefragt), Helga Mühlhaus (Berlin, angefragt)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Kulturwerk der Banater Schwaben e.V.

Ihr Leiden begann mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Mindestens 450.000 deutsche Zivilisten wurden ab 1945 zur Zwangsarbeit in die UdSSR verschleppt. Weitere, mutmaßlich Hunderttausende, waren in Arbeitslagern in der Tschechoslowakei, in Ungarn, Rumänien, Polen und anderen Staaten inhaftiert. Genaue Zahlen liegen bis heute nicht vor. Rechtlos und jahrelang getrennt von ihren Familien, wurden sie nicht selten das Ziel von Rache. Die Dokumentation von Alexander Landsberger klärt über die historischen Hintergründe auf und beleuchtet exemplarisch das Leben zweier Zeitzeugen, deren Schicksal lange wenig Gehör fand. Der Film wurde am Mittwoch, 20. November 2019, 22.00 Uhr im BR Fernsehen erstmals ausgestrahlt. (Text unter Verwendung von: BR Pressemitteilungen)

Der Regisseur Alexander Landsberger (geb. 1981) studierte Pädagogik, Psychologie und Philosophie in München (Abschluss Magister Artium, 2007). Anschließend inszenierte er verschiedene Filme für das öffentlich-rechtliche Fernsehen darunter die mehrteiligen Spieldokumentationen „Charles Darwin“ (2009), „Die Geschichte der Homöopathie“ (2010), „Werner Heisenberg“ (2011), „Essen verändert die Welt“ (2012), „Der erste Bulle“ (2015) oder „Wilhelm von Humboldt“ (2017). 2014 schloss er ein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg mit dem Regie-Diplom ab. Sein Diplomfilm „John Mulholland – Zauberer im Kalten Krieg“ entstand als Koproduktion mit dem SWR und wurde mit dem Caligari Preis gefördert. Neben Dokumentationen drehte Landsberger Werbe- und Image-Filme. Seit 2012 inszenierte er diverse preisgekrönte Spots für die Unesco, die Deutsche Stiftung Organtransplantation, Porsche Leipzig oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Alexander Landsberger ist Mitglied im Bundesverband Regie.

DEZ 13.

Kulturtalk

Das „Haus der Bücher“ aus Königsberg: 300. Jahre des Verlagshauses Gräfe und Unzer

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 13. Dezember 2022, 19.00 Uhr

Referenten: Michael Paul (Lahr) und Anja Kurz (Verlag Gräfe und Unzer)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Verlag Gräfe und Unzer (München)

300 Jahre alt wurde im Juli 2022 der Verlag Gräfe und Unzer. 1722 in Königsberg / Ostpreußen (heute Kaliningrad / Russland) gegründet, handelt es sich damit um Deutschlands ältestes Verlagshaus. Heute ist der Verlag in München ansässig und unter dem Logo „GU“ erfolgreicher Marktführer für Kochbücher und Ratgeber.
Aus zwei Perspektiven beleuchten Michael Paul, Schriftsteller aus dem Schwarzwald, mit seinem Roman „Das Haus der Bücher“ und Anja Kurz, Mitarbeiterin des Verlags, bei der Lesung und dem Kulturtalk die bemerkenswerte und ereignisreiche Verlagsgeschichte.
Michael Paul greift in seinem Buch die besonders bewegte Zeit des Nationalsozialismus auf, die für das „Haus der Bücher“ in der Zerstörung im Bombenhagel im August 1944 gipfelte. 1933 waren der damalige Inhaber und Verleger Koch und seine Belegschaft gezwungen gewesen, zur Bücherverbrennung unzählige Bücher aus den Regalen zu nehmen und dem Feuer der Nationalsozialisten preiszugeben. Dass dies  nicht ohne Widerstand erfolgte, ist historisch belegt und keine Fiktion des vorgestellten Romans.
Anja Kurz beleuchtet mit viel Wissen und interessanten Bildern die Verlagsgeschichte seit der Gründung, zeigt die spannende Entwicklung zur größten und modernsten Buchhandlung Europas und weiß vom berühmtesten Untermieter des „Hauses der Bücher“ zu berichten: Immanuel Kant.

Michael Paul ist, neben seiner Tätigkeit als Autor, Dozent an der Universität Freiburg und der Hochschule Offenburg, Unternehmensberater und führt außerdem einen eigenen Verlag. Mit „Wimmerholz“ (2014), „Das Haus der Bücher“ (2017) und „Versteckt im Schwarzwald“ (2022) hat er, neben dem Ostsee- Thriller „Tabun“ (2019), bereits drei historische Romane publiziert. Seit einigen Jahren arbeitet er mit dem Verlag  Gräfe und Unzer auf dem Gebiet der Verlagsgeschichte eng zusammen.

Anja Kurz (geb. 1994) ist gelernte Buchhändlerin. Seit mehr als drei Jahren ist sie bei Gräfe und Unzer im Innendienst des Verlagsvertriebs tätig und beschäftigt sich leidenschaftlich mit der Geschichte des Hauses. Michael Paul und Anja Kurz verfassten gemeinsam ein Theaterstück für das Schul- und Laientheater, das sich anhand des Romans „Haus der Bücher“ mit dem Ereignis der Bücherverbrennung auseinandersetzt. Im Rahmen der Veranstaltung im HDO stellt Anja Kurz auch die umfassende Verlagschronik vor, die dieses Jahr anlässlich des 300-Jährigen Jubiläums erschienen ist.

DEZ 15.

Konzert

Das Duo Jost Costa. Benefiz-Klarvierkonzert zugunsten der Ukraine

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 15. Dezember 2022, 19.00 Uhr

Künstler: Duo Jost Costa (Stuttgart)

Moderation: Professor Dr. Joachim Kremer (Stuttgart)

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 81669 München

Schirmherrin: Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales

In Kooperation mit: Kulturreferat für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein e.V. und Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München

Bei dem Konzert erklingen Werke von Komponisten, die aus Ostmittteleuropa stammen. Damit soll die kulturelle Verbundenheit mit diesem Geschichts- und Kulturraum unterstrichen werden. Joachim Kremer wird als Moderator kurze Erläuterungen zu den aufgeführten Klavierwerken geben.

Das Duo Jost Costa besteht aus der Pianistin Yseult Jost (Frankreich) und dem Pianisten Domingos Costa (Portugal) und existiert seit 2006. Neben weltweiten Auftritten wirkten beide Künstler u. a. als Dozenten an der Universität Hamburg oder der Musikhochschule Venedig und produzierten Aufnahmen für den Südwestrundfunk, den Westdeutschen Rundfunk oder die Deutsche Welle. Ihre Veranstaltungen lassen Musik und Tanz, Musik und Dichtung oder Musik und Malerei aufeinandertreffen. In September 2008 errang das Klavierduo den 2. Preis im internationalen Klavierduowettbewerb „Concours Grieg“ in Oslo.

Professor Dr. Joachim Kremer ist Institutsleiter für Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Musik und Musikgeschichte des 15. bis 20. Jahrhunderts sowie französische Musik zwischen 1870 und 1920.

Der Eintritt ist frei; es werden Spenden für die Ukraine gesammelt.

Empfängerorganisation der Spenden ist: Netzwerk Gedankendach (Spendenaktion für die Bukowina, initiiert vom Zentrum Gedankendach der Universität Czernowitz und dem IKGS München).

Das Programm des Konzerts finden Sie zeitnahe auf der Website des ASV.

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Veranstaltungsarchiv

2021

Programm Juni bis Juli 2021

Programm September bis Dezember 2021

Terminabsagen und Onlineveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie September bis Dezember 2021

2022

Programm Januar bis März 2022

Programm April bis Juli 2022

Haus des Deutschen Ostens
Logo: Haus des Deutschen Ostens
Programm April bis Juli 2022

Das komplette Programmheft September bis Dezember 2022 können Sie hier herunterladen.

Eintritt

Soweit nicht anders vermerkt, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.

Anmeldung

Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.

Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.

Hinweis

Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.

Veranstaltungsarchiv

Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen der vergangenen Jahre finden Sie in den jeweiligen HDO-Journalen.