Veranstaltungen

Änderungen vorbehalten

Seit dem 9. Juli wird das Kultur- und Bildungsprogramm des HDO fortgesetzt. Derzeit ist für alle Veranstaltungen eine Anmeldung nötig, alle weiteren Bedingungen zum Veranstaltungsbesuch und unser Hygienekonzept finden Sie hier. Einen Überblick über unsere aktuellen Online-Angebote finden Sie hier

Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

Derzeit nicht zugänglich
Das Who is Who der Deutschen aus dem östlichen Europa, Folge 5
Flurausstellung im 1. OG; Die Online-Version finden Sie auf unserem Telegram-Kanal, Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
Haus des Deutschen Ostens

02. Juni bis 12. November 2020
Ausstellung "Hertha" von Filip Raif und Dr. Serafine Lindemann
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10:00 bis 20:00 Uhr
Bitte beachten Sie die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung! Alle Infos hier.

16. Oktober 2020 bis 09. April 2021
Ausstellung "Wer bin Ich? Wer sind Wir? – Zu Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa" vom Haus des Deutschen Osten
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10:00 bis 20:00 Uhr, in den Weihnachtsferien geschlossen
Bitte beachten Sie die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung! Alle Infos hier.

Außerhalb des Hauses

17. Februar bis 20. September 2020
Das Haus Schlesien zeigt die HDO-Wanderausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten - Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa"
Alle Informationen finden Sie hier
Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

 

21. Oktober bis 04. Dezember 2020
Das Haus der Heimat Wiesbaden zeigt in Kooperation mit dem BdV Hessen die HDO-Wanderausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten - Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa"
Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag: 10:00 - 17:00 Uhr, Freitag: 10:00 - 14:00 Uhr
Alle Informationen finden Sie hier
Haus der Heimat,  Friedrichstraße 35, 65185 Wiesbaden

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September 2020

Sep 24. 2020

Filmsoirée

„Russlands Milleniumskinder“ (2019)

Referentin: Irene Langemann (Köln)

Moderation: Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens, München

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Die Kinder, die an dem Tag der Machtübernahme von Vladimir Putin, am 31. Dezember 1999, und in der Zeit um die Jahrtausendwende geboren wurden, kennen nur den Ex-KGB Mann im Himmel der Macht. Doch ähnlich wie ihre Gleichaltrigen im Westen gehören sie zur Internetgeneration, haben Zugang zu Informationen, die in den staatlich gelenkten Medien Russlands keinen Platz haben. Wie denkt und fühlt die Generation-Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber trotzdem instabilen Land leben?

Von Sankt Petersburg bis Ostsibirien begleitet der Film unterschiedliche Vertreter dieser Generation: Vom glühenden Verehrer Putins, der es für richtig hält, dass die staatlich gesteuerte Propaganda einen Mythos um den ewigen Herrscher erschaffen hat, bis zu einer leidenschaftlichen Aktivistin der Opposition, die Putin und seine Unterstützer für eine ‚kriminelle Bande‘ hält, die mit verbrecherischen Methoden Reichtum angehäuft hat und das Volk verarmen lässt.

Der Film taucht in die Lebenswelten der Jugendlichen ein, zeigt Impressionen aus einer mit Stacheldraht umzäunten geschlossenen Stadt in Sibirien, aus dem impulsiven Moskau und einem muslimischen Dorf in Tatarstan. Das russische Bildungswesen wird in einem Polizeigymnasium oder bei der Ausbildung zum Koch sichtbar, die Methoden der Propaganda werden in einem Seminar für Journalistik-Studenten augenfällig.

Aus der Perspektive von Millenniumskindern, im Spannungsfeld von Privatem und Politischem, ist ein dichtes differenziertes Porträt der ‚Generation-Putin‘ entstanden (Text: Lichtfilm GmbH).

Irene Langemann (geb. 1959 in Issilkul/Russland) ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. Ihre Ausbildung absolvierte Irene Langemann an der Schtschepkin-Theaterhochschule (Moskau). In den 1980er Jahren hatte sie unter anderem die Leitung des Nasch-Theater (Moskau) inne. 1997 startete Langemann ihre Karriere als Filmemacherin. Seitdem sind mehr als zwei Dutzend Filme entstanden, darunter „Lale Andersen – Die Stimme der Lili Marleen“ (2001), „Eis und Orangen – Unterwegs im neuen alten Europa“ (2004), „Liebesgrüße aus Ramstein“ (2009), „Pawlenski – Der Mensch und die Macht“ (2016). Irene Langemanns Filme wurden mehrfach ausgezeichnet: 2001 mit dem „Certificate of Merit“ (für die Dokumentation „Russlands Wunderkinder“, 1999) beim San Francisco International Film Festival und 2007 mit dem „Standard-Publikumsjurypreis“ (für den Kinodokumentarfilm „Rubljowka. Straße zur Glückseligkeit“, 2008) auf der Viennale.

Anmeldung nötig!

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Oktober 2020

Okt 9. 2020

Vortrag

Güter, Herrenhäuser und Familien um Lassan

In Kooperation mit: Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V.

Referent: Bernd Jordan (Lassan)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Die pommersche Stadt Lassan gehört zu den kleinsten Städten Deutschlands – trotzdem hat der Ort eine reichhaltige Geschichte zu bieten. Besonders die Güter in den heutigen Stadtteilen Vorwerk und Papendorf hatten in ihrer Vergangenheit klangvolle Namen, die auf wichtige pommersche Familien hinwiesen. Dazu gehören zum Beispiel die von Quistorp und von Buggenhagen sowie die von Ramel und von Zitzewitz.

In seinem Vortrag stellt Bernd Jordan diese Familien und ihre Güter und Herrenhäuser in und um Lassan beispielhaft vor. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf den Beziehungen pommerscher Adeliger zur pommerschen und zur deutschen Geschichte.

Bernd Jordan (geb. 1954 in Altentreptow), ist Vorsitzender der 1982 gegründeten Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Lassan e.V und stellvertretender Vorsitzender der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V. An der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald absolvierte er ein Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Geschichte. Bernd Jordan lebt seit 1959 in Lassan und beschäftigt sich besonders seit seinem Eintritt in den Ruhestand mit der Lokal- und Regionalgeschichte.

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Okt 15. 2020

Eröffnungsveranstaltung / Ausstellung

Wer bin Ich? Wer sind Wir? – Zu Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa

Eine Ausstellung des Hauses des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Grußwort: Sylvia Stierstorfer, MdL, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Vertriebene und Aussiedler

Zur Ausstellungseröffnung spricht Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München.

Ort der Eröffnungsveranstaltung: Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstr. 8, 81669 München

Anmeldung nötig!

 

 

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg
Ausstellungsdauer: 16. Oktober 2020 bis 9 April 2021
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags), in den Weihnachtsferien geschlossen

„Wer bin Ich?“ – die Frage nach der eigenen Identität stellt sich für jeden Menschen im Laufe seines Lebens immer wieder. Viele Faktoren können dabei eine Rolle spielen – die Herkunft, die Sprache, die Religion und das, was man als „Heimat“ ansieht. Aber auch Dinge wie der Beruf, bestimmte Essensvorlieben oder Hobbys. Identitäten können außerdem mit Gruppen wie der Familie oder der Nation verbunden werden. Insbesondere die regionale Identität hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Dabei ist die Identität eines Menschen nie starr und einmal für immer festgelegt, nie einfach und eindeutig, sondern vielschichtig – sie wandelt sich mit neuen Erfahrungen. Man kann gleichzeitig Schlesier, Lehrer, Familienvater, Vegetarier und passionierter Schafkopfspieler sein.

„Wer sind Wir?“ – auch so gut wie jede Gruppe, Gemeinschaft oder Gesellschaft vergewissert sich im Laufe der Zeit ihrer Identität stets aufs Neue.

Die HDO-Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“ fragt nach Identitäten von Deutschen aus dem östlichen Europa. Es geht ihr dabei um Dialekte wie das Siebenbürgisch-Sächsische; um Bräuche und Traditionen wie die oberschlesische Barbarafeier; um Kleidung wie die Waitzacker Bauerntracht aus Pommmern; um heimatliche Gerichte; um religiöse Besonderheiten wie die schlesische Liturgie; um Heimat und prägende Geschichtsereignisse, wie die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Interviews mit Personen, die über diese und andere Aspekte ihrer Identität berichten und sich mit der Bedeutung der Sprachen, der Musik, der Familiengeschichte, der Traditionen und der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe für ihr Leben und ihr Selbstverständnis auseinandersetzen.

Okt 22. 2020

Vortrag / Begleitveranstaltung

Jüdische Lebenswelten und Identitäten in Polen 1918–1939

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München

Referentin: Professor Dr. Gertrud Pickhan (Berlin)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Die ost- und ostmitteleuropäischen Juden stellten in den multiethnischen Imperien bis 1914 eine Minderheit unter vielen dar. Der Untergang der Habsburger Monarchie und des Russischen Reiches führte zur Konstituierung neuer Staaten, die nunmehr auf ethnische Homogenität setzten. Zugleich zeigten sich dort die Folgen des modernen Antisemitismus. Welche Auswirkungen dies auf die Lebensbedingungen und Identitätskonzepte der jüdischen Bevölkerung hatte, soll in diesem Vortrag am Beispiel Polens beleuchtet werden. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf den „Wir“-Identitäten der Juden und Jüdinnen und den wichtigsten kulturellen Komponenten ihrer lebensweltlichen Verortung in der Zeit zwischen den Weltkriegen.

Professor Gertrud Pickhan (geb. 1956 in Dortmund) ist Professorin an der Abteilung Geschichte des Osteuropa-Instituts der Freien Universität Berlin. Von ihr liegen u.a. folgende Publikationen vor: Gospodin Pskov. Entstehung und Entwicklung eines städtischen Herrschaftszentrums in Altrußland (1992); zus. mit Frank Golczewski, Russischer Nationalismus. Die russische Idee im 19. und 20. Jahrhundert (1998); „Gegen den Strom“. Der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund („Bund“) in Polen 1918-1939 (2001); zus. mit Ulrich Bauche (Hgg.), Joseph Berkowitz Kohn. Erinnerungen. Ein Leben als polnischer Freiheitskämpfer und Hamburgischer Sozialdemokrat 1841-1905 (2006); zus. mit Maximilian Preisler (Hgg.), Von Hitler vertrieben, von Stalin verfolgt. Der Jazzmusiker Eddie Rosner (2010).

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Okt 27. 2020

Vortrag / Begleitveranstaltung

Grete Csaki-Copony und Margarete Depner – Künstlerische Selbstentwürfe in den politischen Wirren des 20. Jahrhunderts

In Kooperation mit: Kulturreferentin für Siebenbürgen und Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.

Referentin: Dr. Heinke Fabritius, Kulturreferentin für Siebenbürgen (Gundelsheim a.N.)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Künstlerische Selbstentwürfe sind immer auch Ausdruck von (Suche nach) Identität – weiblicher, nationaler/ethnischer, politscher – und zwangsläufig werden sie von den Verwerfungen der Zeit mitgeprägt. Margarete Depner (1885–1970) und Grete Csaki-Copony (1893–1990), zwei Künstlerinnen aus Siebenbürgen, haben beide entscheidende Stationen ihrer Karriere im Berlin der Zwischenkriegszeit erlebt. Mit ihrem Werk sind sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg öffentlich präsent gewesen. Anhand ausgewählter Arbeiten beleuchtet der Vortrag das Selbstverständnis der beiden Frauen als bildende Künstlerinnen, Mütter, Ehefrauen, Zeitgenossinnen im Netzwerk europäischer Kunstszenen.

Dr. Heinke Fabritius ist seit 2017 Kulturreferentin für die Regionen Siebenbürgen/ Bessarabien/ Bukowina/ Dobrudscha/ Maramuresch/ Moldau und Walachei. Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der TU Berlin; 2006 Promotion zur Zeichnung der Goethezeit; langjährige wissenschaftliche Tätigkeit in Forschung und Lehre, insbesondere auch zu Geschichte und Kultur der Regionen Ost- und Mitteleuropas. Zu ihren Veröffentlichungen gehören: (als Mithg.): Frühling in Prag oder Wege des Kubismus (2005); Die italienischen Landschaftszeichnungen Franz Hornys (2012).

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Okt 30. 2020

Vortrag

Die große Pommernkarte Eilhard Lubins von 1618 – ein kartographisches Meisterwerk aus der Ära der Bayerischen Landtafeln Philipp Apians

In Kooperation mit: Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst e.V.

Referent: Dr. Jürgen Hamel (Barth)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts gab es verstärkt Bemühungen zur kartographischen Darstellung kleinerer und größerer Herrschaftsgebiete. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Aufbau fürstlicher Wunderkammern. Himmels- und Erdgloben brachten Himmel und Erde in die fürstliche Studierstube, Landkarten fügten das eigene Herrschaftsgebiet hinzu.

Bei den bayerischen Landtafeln Philipp Apians (um 1568) sowie bei der etwa fünfzig Jahre später erstellten großen Pommernkarte Eilhard Lubins (1565–1621) handelt es sich um herausragende Resultate dieser Bestrebungen.

Die Pommern-Karte des Rostocker Professors Eilhard Lubin wurde 1618 im Auftrag des Pommerschen Herzogs Philipp II. erstellt. Noch heute erstaunt die Präzision der Wiedergabe der Städte, Dörfer, Flüsse und Seen auf der 2,20 x 1,25 m großen Karte. Doch die Karte ist auch ein Kunstwerk mit Porträts der Fürsten von Rügen und der Herzöge von Pommern, erzählt zudem die Geschichte Pommerns, zeigt kleine Städtebilder und Wappen der adligen Familien und nennt sogar die in Pommerschen Gewässern lebenden Fische. Sie ist ein oft kopiertes, doch lange unerreichtes Meisterwerk der Kartographie.

Dr. Jürgen Hamel (geb. 1951 in Stralsund) arbeitete nach dem Studium der Philosophie und Geschichte in Leipzig an der Archenhold-Sternwarte in Berlin und promovierte mit einem Thema zur Frühgeschichte der Astrophysik. Des Weiteren wirkte er unter anderem an der Herausgabe der Gesammelten Werke von Copernicus und Kepler mit. Jürgen Hammel ist Mitherausgeber der wissenschaftlichen Schriftenreihe „Acta Historica Astronomiae“, Chefredakteur der Zeitschrift „Astronomie+Raumfahrt im Unterricht“ und seit 2019 des Jahrbuchs „Baltische Studien“ der Gesellschaft für Pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst.

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November 2020

Nov 10.

Konzert / Programmreihe 50 Jahre HDO

Jubiläumskonzert „Crossing Life Lines“

Unter Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Carolina Trautner

Künstler: Mulo Francel (Saxophon & Klarinette), Izabella Effenberg (Vibraphon), Philipp Schiepek (Gitarre), David Gazarov (Piano), Bernd Lhotzky (Piano), Robert Kainar (Drums), D.D. Lowka (Bass & Percussion), Sven Faller (Bass)

Veranstaltungsort: Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz, Residenzstraße 1, 80333 München

Veranstaltungsbeginn: 19:30 Uhr

Eintritt frei, Eintrittskarte erforderlich, Eintrittskarten können ab dem 5. Oktober telefonisch unter 089/449993-0 oder per E-Mail an poststelle(at)hdo.bayern.de bestellt werden.

Saxofonist und Weltenbummler Mulo Francel versammelt kreative Musiker mit biografischen Wurzeln in Mittel- und Ost-Europa. Mit beflügelndem Jazz und World Music feiern sie 75 Jahre Frieden zwischen den Ländern. Einen historisch beispiellosen Frieden, der alles andere als selbstverständlich ist. Einen Frieden, den es zu erhalten gilt.

Die Idee zu diesem Album entstand während einer ausgedehnten Konzerttour von Mulo Francels Ensemble „Quadro Nuevo“ durch Tschechien und Polen. In der Begegnung mit unzähligen Menschen ließen ihm die Emotionen dieser Reise keine Ruhe. Essenzielle Fragen drängten sich auf: Wie gehe ich mit dem Leid um, das die Generation unserer Großväter verursacht hat? Spricht man es an? Entschuldigt man sich?

„Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist über 75 Jahre her. Vorbei die Besatzung, das Internieren, das massenhafte Vergewaltigen und Töten, die Vertreibung aus der Heimat. Zumindest in Mitteleuropa und den angrenzenden Ländern im östlichen Europa. Ich suchte Kollegen, die mein Anliegen verstehen. Die aufgrund ihrer Biografie einen Sinn für das Überwinden von Grenzen und das Bauen von versöhnenden Brücken zwischen den Völkern haben.“ (Mulo Francel)

Wie die in Nürnberg lebende polnische Vibraphonistin Izabella Effenberg oder der Wiener Gitarrist Diknu Schneeberger, der jenische und Sinti-Wurzeln hat. Menschen, deren Familiengeschichte mehrschichtig ist. Stellvertreter für viele, die durch das Raster national geprägter Denkmuster fallen.

In einem friedlichen Projekt vereinen sich hier slawische und germanische, tschechisch-böhmische und sudetendeutsche, schlesische und ungarisch-österreichische, polnische und kaukasische, jüdische und christliche Elemente.

Ungeachtet ihrer Herkunft spielen sich die Künstler die klanglichen Bälle auf dem für den zeitgenössischen Jazz typischen Spielfeld der Ideen gegenseitig zu. Hier kreuzen sich ihre Lebenslinien. Indem sie sich in ihrer Musizierkunst, in ihren Liedern treffen. Lieder, die von den Biografien und Wurzeln der Beteiligten inspiriert sind. So etwa eine groovige Neufassung von Smetanas „Moldau“ oder der Song „Frieda“, den der junge Gitarrist Philipp Schiepek in Erinnerung an seine Urgroßmutter komponierte.

Nov 12.

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Dr. Serafine Lindemann

Finissage der Ausstellung „Hertha“ von Filip Raif und Dr. Serafine Lindemann

Eintritt 5 Euro, Kaffee und 1 Stück Kuchen inklusive

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO

Veranstaltungsbeginn: 15 Uhr

Dr. phil. Serafine Lindemann ist selbstständige Kuratorin, Autorin und Initiatorin diverser interdisziplinärer Projektreihen, der Kunstplattform artcircolo und des Vereins Pilotraum01. Seit 1989 engagiert sie sich für ein internationales und experimentelles Kunst-, Dialog- und Ausstellungsprogramm, vorwiegend mit den Themenkomplexen Wasser, kulturelle Identitäten und gesellschaftliche Wandlungsprozesse. 2016 gründete sie zusammen mit Zdeňka Morávková das deutsch-tschechische Kunst-, Literatur- und Musikfestival „Im Zentrum“/„V centru“, das alljährlich in der Altvaterregion/Tschechien stattfindet.

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Nov 26.

Buchpräsentation

„Nahe Fremde. Paul Celan und die Deutschen“ (2020)

In Kooperation mit: Bukowina-Institut an der Universität Augsburg

Referent: Prof. Dr. Wolfgang Emmerich (Bremen)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

„Der Widerspruch zwischen Muttersprache und Mördersprache, die zugleich seine Dichtersprache war, zwischen Deutschland als einem Ort der Angst und als einem Sehnsuchtsort, sollte sich nie auflösen.“

Paul Celan (1920–1970), der als deutschsprachiger Jude in Czernowitz geboren wurde, wollte schon früh Dichter werden, doch die Ermordung seiner Eltern im Holocaust führte zu einem zwiespältigen Verhältnis zur deutschen Sprache. Trotzdem wurde er zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Lyriker der Nachkriegszeit. Von seinem Wohnort Paris aus reiste er zu Lesungen oder auch privat immer wieder in die Bundesrepublik. Dieses Deutschland, in dem der Nationalsozialismus noch lange virulent war, blieb ihm jedoch fremd und verstörte ihn stets aufs Neue. Freundschaften mit deutschen Autoren – bei den meisten von ihnen handelte es sich um ehemalige Soldaten der Wehrmacht – scheiterten. Sein Verhältnis zu Deutschland und seiner Muttersprache, die auch die Sprache der Mörder war, erwies sich als nicht heilbar.

Der Autor Wolfgang Emmerich geht dem schwierigen Verhältnis Paul Celans zur „nahen Fremde Deutschland“ auf der Grundlage seines dichterischen Werks sowie seines umfangreichen veröffentlichten Briefwechsels nach.

Professor Dr. Wolfgang Emmerich (geb. 1941 in Chemnitz) ist Literatur- und Kulturwissenschaftler. Er ist Gründer des Instituts für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien der Universität Bremen, das er bis 2005 leitete. Das Leben und Werk Paul Celans gehört zu seinen Forschungsschwerpunkten. Von Prof. Dr. Emmerich liegen u.a. vor: Paul Celan (1999); Gottfried Benn (2006).

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Dezember 2020

Dez 3.

Festveranstaltung

„Mit der Prägnanz kleistischer Sprachkunst“

Ehrung des Schriftstellers Hans Bergel in seinem 95. Lebensjahr

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München, Generalkonsulat von Rumänien in München und Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.

Grußworte: Professor Dr. Andreas Weber (Direktor des HDO), Dr. Florian Kührer-Wielach (Direktor des IKGS), Ramona Chiriac (Generalkonsulin Rumäniens in München)

Szenische Lesung: Josef Balazs (Nürnberg), Hannes Höchsmann (Bruchsal)

Musikalische Darbietung: Peter Clemente (Violine) und sein String Quintet (München)

Moderation: Josef Balazs (Nürnberg)

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Kulturforum des Sudetendeutschen Hauses, Hochstraße 8, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Anmeldung zwischen dem 5. und 25. November 2020 per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de erforderlich.

Dr. h. c. Hans Bergel (geb. 1925 in Rosenau bei Kronstadt/Brașov, Siebenbürgen), eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Siebenbürger Sachsen, wird mit dieser Festveranstaltung in Anerkennung seines umfangreichen literarischen Schaffens geehrt. Seine erste Erzählung „Fürst und Lautenschläger – Eine Erzählung aus dem Siebenbürgen des 17. Jahrhunderts“, die 1957 in Bukarest publiziert wurde, markierte eine Zäsur im Leben des damals jungen Autors. Die kommunistischen Machthaber Rumäniens unterstellten Bergels Werk eine politische Doppeldeutigkeit. Während des Kronstädter Schriftstellerprozesses 1959 war dies einer der Vorwände zu seiner Verurteilung zu 15 Jahren Zwangsarbeit. Fünf Jahre später aus der Haft entlassen, konnte Bergel 1968 dank dem Engagement von Günter Grass Rumänien verlassen und nach Deutschland ausreisen.

Seine Romane, Erzählungen, Novellen, Gedichte, Essays, Tagebuchnotizen, Übersetzungen und Briefe, die vom Gedanken der Interkulturalität geprägt sind, erschienen in mehreren europäischen Ländern.

Während seines langen Lebens wurden Hans Bergel viele Ehrungen und Preise verliehen. 1986 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 2001 die Ehrendoktorwürde der Universität Bukarest. 1996 ernannte man ihn zum Ehrenbürger von Kronstadt. 2012 wurde Hans Bergel erster Träger des Preises „Der Schriftsteller Kronstadts“.

Der literarische Teil der Ehrung wird von Josef Balazs und Hannes Höchsmann in Form einer szenischen Lesung aus Hans Bergels Texten bestritten. Dabei soll das belletristische Werk des Geehrten zum Publikum sprechen. Im musikalischen Teil findet die Uraufführung des Streichquintetts „Siebenbürgen“ des walisischen Komponisten Dafydd Bullock durch Peter Clemente und sein String Quintet statt.

Josef Balazs studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Hermannstadt und ist freischaffender Autor und Moderator.

Hannes Höchsmann studierte Germanistik und Anglistik an der Universität Hermannstadt und wirkte seit 1979 als Schauspieler bei der Deutschen Abteilung des dortigen Staatstheaters.

Peter Clemente (Violine) studierte an den Musikhochschulen in München und Saarbrücken.

Dez 8.

Filmsoirée

„Spiel des Schicksals“ (2019)

In Kooperation mit: Deutsches Kulturforum östliches Europa Potsdam, Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm und Ungarisches Kulturinstitut Stuttgart

Referentinnen: Éva Hübsch (Novi Sad/Serbien) und Ria Schneider (München)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 18:30 Uhr

Eine Wohnung in der Innenstadt von Novi Sad/Neusatz (Serbien), wird zum Ort, wo sich die Lebenslinien zweier Familien der ehemaligen und heutigen Bewohner dieser Stadt kreuzen. Trotz ihres geografischen und zeitlichen Abstands haben sie sich ihre kostbaren Kindheitserinnerungen bewahrt, auch wenn die einen Ende des Zweiten Weltkriegs geflüchtet sind, während die anderen, die daheim geblieben sind, als Donauschwaben gebrandmarkt, viel Schlimmes erdulden mussten. Von einst einer halben Million Donauschwaben in Jugoslawien sind nur einige Tausend in ihrer Heimat geblieben. Viele von ihnen meinen immer noch, dass sie es im deutschen Mutterland leichter gehabt hätten. Wäre es tatsächlich so gewesen?

Der Film zeigt die nach wie vor bestehende Verbundenheit der Donauschwaben mit ihrer Heimatstadt Novi Sad, und wie es ihnen gelungen war, jahrhundertelang mit Nachbarn, die einer anderen Sprache, Religion und Kultur angehören, friedlich und respektvoll zusammen zu leben. Aber auch die andere Seite der Geschichte wird sichtbar, nämlich das Schicksal derjenigen, die in alle Welt geflüchtet sind.

Der Film regt zum Nachdenken darüber an, ob die Donauschwaben, deren Vorfahren vor 300 Jahren im Bestreben, ein besseres Leben und eine neue Heimat in der Fremde zu finden, nach Südosteuropa gezogen sind, trotz der historischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts noch eine Zukunft haben.

Die Regisseurin Éva Hübsch und die Zeitzeugin Ria Schneider, die eine der Filmprotagonistinnen ist, werden bei der Vorstellung des Films anwesend sein.

Éva Hübsch entstammt der donauschwäbischen Minderheit im Banat und ist TV-Journalistin und Filmregisseurin. 1986–1992 war Hübsch als Journalistin des Fernsehens von Vojvodina tätig. Seit 1992 drehte sie im Auftrag von TV-Sendern aus Finnland, den Niederlanden, der Schweiz und Ungarn. 2008 folgte die Gründung einer eigenen Produktionsfirma „Media News“ (Novi Sad), die unter anderem 2010 den Film „Lost in History“ über das Schicksal zweier donauschwäbischen Frauen während des Zweiten Weltkrieges herausbrachte. Darüber hinaus ist Éva Hübsch mit zwei Sendungen im RTV-TV Vojvodina vertreten.

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Veranstaltungsarchiv

2020

Programm Januar bis März 2020

Programm April bis Juli 2020

Terminabsagen aufgrund der Corona-Pandemie März bis Juli 2020

2019

Programm September bis Dezember 2019

Programm April bis Juli 2019

Programm Januar bis März 2019

2018

Rückblick auf das Veranstaltungsjahr 2018

Haus des Deutschen Ostens
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Programm September bis Dezember 2020

Das komplette Programmheft September bis Dezember 2020 können Sie hier herunterladen.

Eintritt

Soweit nicht anders vermerkt, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.

Anmeldung

Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.

Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.

Hinweis

Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.

Veranstaltungsarchiv

Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen der vergangenen Jahre finden Sie in den jeweiligen HDO-Journalen.