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Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

9. November 2022 bis 27.Januar 2023
Flüchtlinge und Vertriebene im Münchner Norden
Kooperation: Sudetendeutsche Landsmannschaft
Öffnungszeiten: Montag - Freitag (werktags) 10 - 20 Uhr, Weihnachtsferien geschlossen
Haus des Deutschen Ostens

 

Außerhalb des HDO

HDO in Deutschland:

06. November 2022 bis 23. April 2023
Kann Spuren von Heimat enthalten - Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa
Öffnungszeiten: 06. November 2022 bis 23. April 2023
Freitag: 9 - 17 Uhr; Samstag und Sonntag: 13 - 17 Uhr
Ausstellungsort: Erinnerungsort BADEHAUS, Kolpingplatz 1, 82515 Wolfratshausen

 

HDO in Europa:

05. November 2022 bis 13. Januar 2023
Fremd : Vertraut. Hermannstadt : Kronstadt. Zwei Städte in Siebenbürgen, fotografiert von Jürgen van Buer
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 14 bis 19 Uhr
Ausstellungsort: Multicultural Centre of transilvania University, Bulevardul Eroilor 29, Brașov 500036, Rumänien

 

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Dezember 2022

DEZ 2. - 3.

Traditionen

Feier der Heiligen Barbara

Festgottesdienst zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute

Veranstaltungsbeginn: 2. Dezember 2022, 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: St. Jakobskirche am Anger, St.-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Festakt zu Ehren der Heiligen Barbara, der Patronin der Bergleute

Veranstaltungsbeginn: 3. Dezember 2022, 16.00 Uhr

Veranstaltungsort: Kantine des Bundeswehrverwaltungszentrums München, Dachauer Straße 128, Gebäude 14, 80637 München

In Kooperation mit: Kreisgruppe München der Landsmannschaft der Oberschlesier e.V.

DEZ 4.

Traditionen

Adventsgottesdienst mit Abendmahl nach der alten schlesischen Liturgie

Veranstalter: Gemeinschaft evangelischer Schlesier e.V.

Veranstaltungsbeginn: 4. Dezember 2022, 14.30 Uhr

Veranstaltungsort: Magdalenenkirche, Ohlauer Straße 16, 80997 München-Moosach

Prediger: Dekan i. R. Thomas Kretschmar

DEZ 8.

Filmsoirée

„Verschleppt – Das Schicksal der zivilen deutschen Zwangsarbeiter“ (2020)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 8. Dezember 2022, 19.00 Uhr

Referent: Alexander Landsberger (München)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Kulturwerk der Banater Schwaben e.V.

Ihr Leiden begann mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Mindestens 450.000 deutsche Zivilisten wurden ab 1945 zur Zwangsarbeit in die UdSSR verschleppt. Weitere, mutmaßlich Hunderttausende, waren in Arbeitslagern in der Tschechoslowakei, in Ungarn, Rumänien, Polen und anderen Staaten inhaftiert. Genaue Zahlen liegen bis heute nicht vor. Rechtlos und jahrelang getrennt von ihren Familien, wurden sie nicht selten das Ziel von Rache. Die Dokumentation von Alexander Landsberger klärt über die historischen Hintergründe auf und beleuchtet exemplarisch das Leben zweier Zeitzeugen, deren Schicksal lange wenig Gehör fand. Der Film wurde am Mittwoch, 20. November 2019, 22.00 Uhr im BR Fernsehen erstmals ausgestrahlt. (Text unter Verwendung von: BR Pressemitteilungen)

Der Regisseur Alexander Landsberger (geb. 1981) studierte Pädagogik, Psychologie und Philosophie in München (Abschluss Magister Artium, 2007). Anschließend inszenierte er verschiedene Filme für das öffentlich-rechtliche Fernsehen darunter die mehrteiligen Spieldokumentationen „Charles Darwin“ (2009), „Die Geschichte der Homöopathie“ (2010), „Werner Heisenberg“ (2011), „Essen verändert die Welt“ (2012), „Der erste Bulle“ (2015) oder „Wilhelm von Humboldt“ (2017). 2014 schloss er ein Studium an der Filmakademie Baden-Württemberg mit dem Regie-Diplom ab. Sein Diplomfilm „John Mulholland – Zauberer im Kalten Krieg“ entstand als Koproduktion mit dem SWR und wurde mit dem Caligari Preis gefördert. Neben Dokumentationen drehte Landsberger Werbe- und Image-Filme. Seit 2012 inszenierte er diverse preisgekrönte Spots für die Unesco, die Deutsche Stiftung Organtransplantation, Porsche Leipzig oder die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Alexander Landsberger ist Mitglied im Bundesverband Regie.

DEZ 13.

Kulturtalk

Das „Haus der Bücher“ aus Königsberg: 300. Jahre des Verlagshauses Gräfe und Unzer

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 13. Dezember 2022, 19.00 Uhr

Referenten: Michael Paul (Lahr) und Anja Kurz (Verlag Gräfe und Unzer)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Verlag Gräfe und Unzer (München)

300 Jahre alt wurde im Juli 2022 der Verlag Gräfe und Unzer. 1722 in Königsberg / Ostpreußen (heute Kaliningrad / Russland) gegründet, handelt es sich damit um Deutschlands ältestes Verlagshaus. Heute ist der Verlag in München ansässig und unter dem Logo „GU“ erfolgreicher Marktführer für Kochbücher und Ratgeber.
Aus zwei Perspektiven beleuchten Michael Paul, Schriftsteller aus dem Schwarzwald, mit seinem Roman „Das Haus der Bücher“ und Anja Kurz, Mitarbeiterin des Verlags, bei der Lesung und dem Kulturtalk die bemerkenswerte und ereignisreiche Verlagsgeschichte.
Michael Paul greift in seinem Buch die besonders bewegte Zeit des Nationalsozialismus auf, die für das „Haus der Bücher“ in der Zerstörung im Bombenhagel im August 1944 gipfelte. 1933 waren der damalige Inhaber und Verleger Koch und seine Belegschaft gezwungen gewesen, zur Bücherverbrennung unzählige Bücher aus den Regalen zu nehmen und dem Feuer der Nationalsozialisten preiszugeben. Dass dies  nicht ohne Widerstand erfolgte, ist historisch belegt und keine Fiktion des vorgestellten Romans.
Anja Kurz beleuchtet mit viel Wissen und interessanten Bildern die Verlagsgeschichte seit der Gründung, zeigt die spannende Entwicklung zur größten und modernsten Buchhandlung Europas und weiß vom berühmtesten Untermieter des „Hauses der Bücher“ zu berichten: Immanuel Kant.

Michael Paul ist, neben seiner Tätigkeit als Autor, Dozent an der Universität Freiburg und der Hochschule Offenburg, Unternehmensberater und führt außerdem einen eigenen Verlag. Mit „Wimmerholz“ (2014), „Das Haus der Bücher“ (2017) und „Versteckt im Schwarzwald“ (2022) hat er, neben dem Ostsee- Thriller „Tabun“ (2019), bereits drei historische Romane publiziert. Seit einigen Jahren arbeitet er mit dem Verlag  Gräfe und Unzer auf dem Gebiet der Verlagsgeschichte eng zusammen.

Anja Kurz (geb. 1994) ist gelernte Buchhändlerin. Seit mehr als drei Jahren ist sie bei Gräfe und Unzer im Innendienst des Verlagsvertriebs tätig und beschäftigt sich leidenschaftlich mit der Geschichte des Hauses. Michael Paul und Anja Kurz verfassten gemeinsam ein Theaterstück für das Schul- und Laientheater, das sich anhand des Romans „Haus der Bücher“ mit dem Ereignis der Bücherverbrennung auseinandersetzt. Im Rahmen der Veranstaltung im HDO stellt Anja Kurz auch die umfassende Verlagschronik vor, die dieses Jahr anlässlich des 300-Jährigen Jubiläums erschienen ist.

DEZ 15.

Konzert

Das Duo Jost Costa. Benefiz-Klavierkonzert zugunsten der Ukraine

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 15. Dezember 2022, 19.00 Uhr

Künstler: Duo Jost Costa (Stuttgart)

Moderation: Professor Dr. Joachim Kremer (Stuttgart)

Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8, 81669 München

Schirmherrin: Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales

In Kooperation mit: Kulturreferat für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein e.V. ; Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München und Tschechisches Zentrum München

Klavierkonzert des Duos Jost Costa mit Werken von Ignaz Moscheles, Bedřich Smetana, Salomon Jadassohn und György Kurtág

Die im 19. Jahrhundert entstandenen Konservatorien bildeten ein überregionales System für die Ausbildung von Musikern. Für ihre oft aus vielen Ländern stammenden Absolventen waren die dort erworbenen Fähigkeiten der erste Schritt in die musikalische Welt. So vergleichbar diese Anfänge waren, so unterschiedlich konnten die weiteren Lebenswege von Musikern. Die ausgewählten Komponisten und ihre Werke stehen für die Vielfalt der Musikwelt in den Ländern Ostmitteleuropas.

Das Duo Jost Costa besteht aus der Pianistin Yseult Jost und dem Pianisten Domingos Costa und existiert seit 2006. Neben weltweiten Auftritten wirkten beide Künstler u. a. als Dozenten an der Universität Hamburg oder der Musikhochschule Venedig und produzierten Aufnahmen für den Südwestrundfunk, den Westdeutschen Rundfunk oder die Deutsche Welle. Ihre Veranstaltungen lassen Musik auf Tanz, Dichtung oder Malerei treffen.

Prof. Dr. Joachim Kremer ist Institutsleiter für Musikwissenschaft, Musikpädagogik und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Musik und Musikgeschichte des 15. bis 20. Jahrhunderts sowie französische Musik zwischen 1870 und 1920.

Das Konzert steht unter der Schirmherrschaft der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf.

Eintritt: Spenden für die Ukraine/Bukowinahilfe (Netzwerk Gedankendach) erbeten

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Januar 2023

JAN 10.

Programmreihe - Ostsee/ Filmsoirée

"Seestück" (2018)

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 10. Januar 2023, 19.00 Uhr

Referent: Volker Koepp (Berlin)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Vor der magischen Naturkulisse der Ostsee begegnet der Film Menschen, die an den deutschen, polnischen, skandinavischen, baltischen und russischen Küsten dieses Binnenmeers leben. Sie erzählen von ihrem Leben, ihrer Arbeit, ihren Erinnerungen und Hoffnungen und entwerfen dabei ein Bild von unserer Gegenwart, in der ökologische Probleme, politische Ost-West-Konflikte und nationale Sichtweisen auf globale Entwicklungen allgegenwärtig sind. Viele Bilder und Gespräche aus den Drehtagen des Jahres 2017 lassen die unheilvolle Entwicklung der kommenden Jahre vorausahnen.

„Hintergrund ist stets die Geschichte, ich aber will die Gegenwart erzählen.“

Volker Koepp, gebürtig 1944 in Stettin, studierte an der Technischen Universität Dresden und an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg, wo er 1969 sein Diplom erwarb. Im Anschluss war er bis 1991 als Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilm in Potsdam-Babelsberg und Berlin tätig. Danach machte er sich als Regisseur, Autor und Produzent selbstständig und gründete „Vineta Film“. Seine zahlreichen Dokumentarfilme, die Regionen und Gebiete mit ihren historischen Entwicklungen und Eigenarten erkunden und dabei Landschaften wie Menschen gleichermaßen in den Mittelpunkt rücken, gewannen in Deutschland und international verschiedenste Preise. 2014 bekam Volker Koepp das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

JAN 17.

Podiumsgespräch

Zukunft der siebenbürgischen Kirchenburgenlandschaft

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 17. Januar 2023, 19.00 Uhr

Teilnehmer: Emil Hurezeanu, Botschafter von Rumänien in der Republik Österreich (angefragt), Friedrich Gunesch (Hauptanwalt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kirchenburgen), Rainer Lehni (Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.)

Moderation: Dr. Iris Oberth (Leiterin des Kulturwerks der Siebenbürger Sachsen e.V.).

Musiker: Gergely Szurgyi (Gitarre)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Anmeldung erforderlich: 089-449993-0 telefonisch oder poststelle(at)hdo.bayern.de per E-Mail

In Kooperation mit: Stiftung Kirchenburgen e.V., Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V.

Als Ehrengäste werden ein Grußwort halten: Ihre Exzellenz Janette-Constanța Carabașu, stellvertretende Konsulin von Rumänien in München (angefragt) und Reinhart Guib, Bischof der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien.

Die Informations- und Diskussionsveranstaltung zur Situation der siebenbürgischen Kirchenburgenlandschaft richtet sich an eine interessierte Öffentlichkeit sowie an Akteure aus Gesellschaft und Politik mit Bezug zu Siebenbürgen.

Bei der international besetzten Veranstaltung werden Fachleute und Entscheidungsträger aus Rumänien und Deutschland über den Zustand des deutschen Kulturerbes in der Region sowie über Wege eines möglichst effektiven und langfristigen Erhalts diskutieren.

Der für seine Arbeit an historischen Gebäuden renommierte und bereits für Architekturpreise nominierte Hermannstädter Architekt Tudor Pavelescu wird zur Einführung ein Impulsreferat über seine Arbeit an Kirchenburgen, unter anderem im Rahmen des „Dächerprogramms 2022“ der Stiftung Kirchenburgen, halten.

Bei dem anschließenden Empfang bietet sich Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und anregendem Austausch.

Gergely Szurgyi (Gitarre) wurde 1994 in Ungarn geboren. Er begann mit neun Jahren Gitarre zu spielen, nahm vier Jahre lang Privatunterricht und besuchte ab 2008 die Klasse von Ede Roth am Egressy Béni Conservatory. 2019 schloss er sein künstlerisches Gitarrenstudium ab und absolviert seitdem an der Hochschule für Musik in Nürnberg sein Masterstudium. Gergely Szurgyi war in zahlreichen nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreich. Neben dem Solo-Spiel legt er großen Wert auf Kammermusik. Zusammen mit Freunden gründete er 2014 das Tritonus Guitar Trio, welches seitdem zahlreiche Erfolge aufweisen konnte. Ihr größter Erfolg war der Gewinn der Guitar Foundation of America Ensemble Competition in Miami im Jahr 2019.

JAN 19.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Kuratorenführung mit Dr. Falk Bachter

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 19. Januar 2023, 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Sudetendeutsche Landsmannschaft e.V.

JAN 31.

Traditionen

Ungarischer Gedenktag

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 31. Januar 2023, vorraussichtlich 18.00 Uhr

In Kooperation mit: Generalkonsulat von Ungarn in München

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Februar 2023

FEB 02. - 05.

13. HDO Studientage

Glaubensflüchtlinge vom 16. bis 19. Jahrhundert zwischen dem Heiligen Römischen Reich und seinen östlichen Nachbarregionen

Veranstaltungszeitraum: Donnerstag, 02. Februar, bis Sonntag, 05. Februar 2023

Tagungsort: Online und Kloster Banz, Kloster-Banz-Straße, 96231 Bad Staffelstein

In Kooperation mit: FAU, Polnische Historische Mission, Hanns Seidel Stiftung

Seit der Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 wurden in Europa immer wieder Menschen wegen ihres Glaubens aus ihrer Heimat vertrieben oder mussten in andere Regionen fliehen. In Folge der Reformation und der Konfessionalisierung im Heiligen Römischen Reich teilte sich Mitteleuropa mehr und mehr in altgläubig-katholisch beherrschte und evangelisch und reformiert beherrschte Gebiete auf. Der Augsburger Religionsfriede brachte mit der Formel „cuius regio eiius religio“ den Reichsständen (weltliche und geistliche Fürstentümer und Reichsstädte) die Möglichkeit, einerseits in ihrem Territorium die Konfession zu bestimmen und andererseits Untertanen, die sich nicht zur Konfession des Landesherren bekennen wollten, auszuweisen. Aus vielen katholisch beherrschten Gebieten des Reichs wurden auf diese Weise evangelische und reformierte Christen, aber umgekehrt auch Katholiken zur Auswanderung in Gebiete gezwungen, in denen sie ihre Konfession behalten konnten.

In Frankreich führte die Verfolgung der protestantischen Hugenotten nach 1685 zu einer großen Auswanderungswelle in die evangelischen Reichsterritorien. Ganze Hugenottenstädte, wie das mittelfränkische Erlangen oder Hanau und Bad Karlshafen in Hessen, wurden für sie erbaut. Zuvor waren schon Protestanten aus den österreichischen Erzherzogtümern als „Exulanten“ in evangelische Herrschaftsgebiete in Franken geflohen. Zahlreiche Glaubensflüchtlinge wählten ihr Fluchtziel auch in östlichen Nachbarregionen des Reichs: Viele Mennoniten kamen als Siedler ins in Glaubensfragen weitgehend tolerante Polen oder nach Mähren, obwohl Mähren zu dieser Zeit selbst Teil des Reichs war.

Noch im 18. Jahrhundert wurden etwa 20.000 Protestanten, die ihren Glauben geheim ausübten, aus dem Fürsterzbistum Salzburg vertrieben und zum großen Teil in Ostpreußen, aber auch in den USA angesiedelt. Aus Oberösterreich und der Steiermark ließen die Habsburger ebenfalls „Kryptoprotestanten“ bis nach Siebenbürgen deportieren, wo bereits die evangelischen Siebenbürger Sachsen lebten.

Die 13. HDO-Studientage im Kloster Banz, auf deren Programm auch diesmal wissenschaftliche und studentische Vorträge stehen, nehmen diese Entwicklungen im Detail in den Blick.

Das vollständige Programm inklusive Angaben zu Anmeldung und Tagungsbeiträgen kann ab sofort im HDO angefordert werden: telefonisch unter 089/449993-0 oder per E-Mail poststelle(at)hdo.bayern.de

FEB 7.

Programmreihe - Temeswar 2023 / Ausstellungseröffnung

Bruno Maria Bradt. Eine Werkschau.

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungszeitraum: Mittwoch, 8. Februar, bis Freitag, 28. April 2023

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10.00 bis 20.00 Uhr (werktags), Faschingsdienstag geschlossen

Eröffnungsveranstaltung: Dienstag, 7. Februar 2023, 18.00 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung sprechen der Künstler Bruno Maria Bradt und Susanne Leutsch (beide Fürth).

Grußworte: Janette-Constanța Carabașu, Stellvertreterin, Konsulin (Generalkonsulat von Rumänien in München) (angefragt) und Professor Dr. Andreas Otto Weber (Direktor des HDO)

Bereits auf den ersten Blick sieht man, wessen Hand den Stift führt: stark im Ausdruck und individuell in der Schraffur, ein Künstler mit hohem Wiedererkennungswert. Bradts große Leidenschaft ist und bleibt das Zeichnen. Die Verwendung von Linien und Strichen ist die grundlegende Darstellungsform seiner Kunst. Grafitbleistifte sind seine vorrangigen Arbeitsmittel. Seine Werke sind allesamt Bleistiftzeichnungen auf grauem Buchbinderkarton. Lediglich die Farbakzente werden mit Acrylfarbe oder Gouache ausgeführt und mit Pastellkreide akzentuiert. Bradt arbeitet mit sehr weichen Stiften, die hell und dunkel ganz klar voneinander trennen und die deutliche Spuren hinterlassen. Strukturen entstehen durch einzelne sich überlagernde Linien.

Impulse für seine Arbeiten ergeben sich durch alltägliche Begegnungen mit Menschen. Manche inspirieren ihn und die Idee nimmt nach einem längeren Prozess schließlich in seinen großformatigen Zeichnungen Gestalt an. Oft besteht ein Werk am Ende aus mehreren Tafeln, dessen Gesamtformat in der Regel das Platzangebot privater Wohnungen sprengt. Es gibt auch Einzelporträts oder Aufträge in kleineren Formaten, aber der Künstler liebt die zeichnerischen Herausforderungen des Großformats. Botschaften in Form von ausgewählten Texten, aus Liedern, Gedichten oder der Bibel schreibt er in seine Zeichnungen hinein. Bradt setzt sie gezielt ein, um seine Bildaussage zu unterstreichen. Manchmal stellt er so in seinen Bildern eine ganz neue Verbindung her.

Bruno Maria Bradt wurde 1962 in Temeswar (Banat/Rumänien) geboren. Nach dem Besuch des Kunstgymnasiums studierte er an der Kunsthochschule in Klausenburg anfänglich Industriedesign. 1984 siedelte er nach Deutschland über. Es folgte das Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Klasse Prof. Heinz Schillinger. In den folgenden Jahren arbeitete er als Grafikdesigner bei mehreren Unternehmen und anschließend als Artdirektor bei Agenturen in Nürnberg und Coburg. Derzeit ist Bruno Maria Bradt als freiberuflicher Grafikdesigner und Künstler in Fürth tätig. Sein Werk wird mittlerweile überregional und international wahrgenommen. Einzelausstellungen fanden in sakralen Räumen, wie der Egidienkirche und Herz-Jesu-Kirche in Nürnberg, der St. Markus Kirche in Erlangen und der Augustinerkirche in Würzburg statt, außerdem in der Galerie am Theresienstein in Hof sowie in der Galerie Atzenhofer in Nürnberg. Im Fürther Stadttheater war er in der Ausstellung „Von Mensch zu Mensch” zu sehen. An zahlreichen Gemeinschaftsausstellungen in der Region und darüber hinaus nahm und nimmt er teil, so etwa bei der Münchener Künstlergenossenschaft. Außerhalb der Landesgrenzen stellten das Brukenthalmuseum und das Museum für zeitgenössische Kunst in Herrmannstadt/Sibiu, das Kunstmuseum Klausenburg/ Cluj-Napoca, Cassa Muresenilor Kronstadt/ Brașov, die Kunst und Design Hochschule Temeswar in Rumänien seine Werke aus.

FEB 8.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Talk in der Ausstellung mit Bruno Maria Bradt

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 8. Februar 2023, 12.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

FEB 9.

Vortrag

Heiratsmigration aus Böhmen nach Bayern? Ein Blick in die Bronzezeit

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 9. Februar 2023, 18.30 Uhr

Referent: Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer (LMU)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Wie lebten Menschen im Lechtal um Augsburg und Umgebung an der Wende von der Steinzeit zur Bronzezeit zwischen 2500 und 1500 v. Chr.? Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts „Zeiten des Umbruchs“ ist es gelungen, völlig neue Einblicke in die spannenden Prozesse gesellschaftlicher Entwicklung dieser Zeit zu gewinnen, indem in den letzten zehn Jahren umfassende archäologische und naturwissenschaftliche Analysen an Grabfunden aus der Region vorgenommen wurden. So kann man heute auf ganz neuartige Weise dörfliches Leben in schriftlosen Kulturen beschreiben – von eingeheirateten fremden Frauen und der täglichen Ernährung bis hin zu Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den einzelnen Gehöften und Handelskontakten in weit entfernte Regionen. Besonders spannend war die Erkenntnis, dass ein Großteil der Frauen aus der Ferne, höchstwahrscheinlich aus Böhmen und Mitteldeutschland ins Lechtal kam.

Prof. Dr. Philipp W. Stockhammer ist seit 2016 Professor für Prähistorische Archäologie an der LMU München und Ko-Direktor des Max-Planck Harvard Forschungszentrums für die archäologisch-naturwissenschaftliche Erforschung des antiken Mittelmeerraums am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (Leipzig). Er wurde 2008 in Heidelberg promoviert, 2012 in Basel habilitiert. Philipp W. Stockhammer leitet zahlreiche internationale Forschungsprojekte zu den Themen Migration, Ernährung und interkulturelle Interaktion und hat die wichtigsten Auszeichnungen des Europäischen Forschungsrats für exzellente Forschung in Europa bekommen: 2016 einen ERC Starting Grant und 2020 einen ERC Consolidator Grant. Von Philipp W. Stockhammer liegen u.a. vor: Zur Chronologie, Verbreitung und Interpretation urnenfelderzeitlicher Vollgriffschwerter (2004); Kontinuität und Wandel – Die Keramik der Nachpalastzeit aus der Unterstadt von Tiryns (2008); Materielle Verflechtungen – Zur lokalen Einbindung fremder Keramik in der ostmediterranen Spätbronzezeit (2022, In Vorb.).

FEB 14.

Programmreihe - Deutsche in der Ukraine im Fokus / Podiumsgespräch

Steppenkinder und die Ukraine – Über die ukrainischen Bezüge der Russlanddeutschen früher und heute

Veranstaltungsbeginn:  Dienstag, 14. Februar 2023, 19.00 Uhr

Teilnehmer: Edwin Warkentin (Detmold), Ira Peter (Mannheim)

Moderation: Professor Dr. Andreas Otto Weber (Direktor des HDO)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Was haben Russlanddeutsche mit der Ukraine zu tun? Jede Menge. Insbesondere in dem Jahr des Krieges Russlands in der Ukraine stellten Ira Peter und Edwin Warkentin das unter Beweis. In „Steppenkinder. Der Aussiedler-Podcast“ sprechen die beiden über ukrainische Regionen, in denen deutsche Gemeinschaften seit deren Ansiedlung unter den Zaren bis zu den stalinistischen Repressionen lebten. Zusammen mit Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft beleuchten sie diese Bereiche sowohl aus historischer Perspektive als auch in Bezug auf die Gegenwart. Sie sprechen auch über das vielfältige Engagement von Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten für die Ukrainer und eine dadurch entstandene neue Willkommenskultur, die in den breiten Medien oft von negativer Berichterstattung über die etwa drei Millionen Bundesbürger russlanddeutscher Herkunft verdeckt wird.

Ira Peter ist Medien- und Kulturschaffende und war 2021 Stadtschreiberin des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Odessa. Edwin Warkentin leitet das Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold und war bis 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Bundestag u.a. mit Fragen der europäischen Perspektiven der Ukraine betraut. Weil beide wie ein Großteil der (Spät-)Aussiedler aus der kasachischen Steppe stammen, nennen sie ihren Podcast „Steppenkinder“.

FEB 16.

Programmreihe - Deutsche in der Ukraine im Fokus / Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Dr. agr. habil. Gibfried Schenk

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 16. Februar 2023, 15.00 Uhr

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Veranstaltungsort: HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Am Lilienberg 5, 81669 München

Der Agrarwissenschaftler und Unternehmensberater Gibfried Schenk gilt als ein ausgewiesener Kenner der Zeit- und Wirtschaftsgeschichte der Ukraine. Schenk wurde 1954 in Osterburg (Sachsen-Anhalt) geboren, wo seine Familie nach der Flucht aus Ostpreußen gelandet ist. 1977 schloss er sein Studium an der Agrar-Universität Kiew ab. 1983 promovierte er an der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften zu Berlin. 1991 folgte die Habilitation an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. 2019 erwarb Gibfried Schenk den Master of Arts (M.A.) in Geschichte und Kulturgeografie an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg mit einer Arbeit über postsowjetische Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in der Ukraine. Seit 1991 bei der BASF SE tätig war er u.a. 1992–1998 Leiter des Bereichs Agricultural Products der BASF SE in Ukraine und Belarus und Vertretungsleiter der BASF SE (beide mit Sitz in Kiew, Ukraine); 2001–2007 Regional-Leiter des Bereichs Agricultural Products der BASF SE in Mittel- und Südosteuropa mit Sitz in Prag. 2008 bis 2013 wechselte er als Geschäftsführer zur Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL e.V.) in Bonn und Berlin und der European Initiative for Sustainable Development in Agriculture e.V. (EISA e.V.) in Berlin und Brüssel. Seit 2012 ist Gibfried Schenk ehrenamtlicher Geschäftsführer von FriedensBrot e.V., Berlin.

FEB 22.

Traditionen

Fischessen am Aschermittwoch

Veranstaltungsbeginn: Mittwoch, 22. Februar 2023, 11.30 Uhr, 16.30 Uhr, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort: HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Am Lilienberg 5, 81669 München

Am Aschermittwoch beginnt die Zeit der Buße und des Fastens, die bis zum Ostersonntag dauert. Schon sehr früh verbot die katholische Kirche an diesem Tag den Fleischverzehr. Als Alternative dazu wählten die Gläubigen das Fischessen. Dieser Brauch markiert symbolisch die Grenze zwischen Fasching und Fastenzeit. Auch unter den Deutschen im östlichen Europa, wie in den katholischen Gebieten des Sudetenlandes, wurde er gepflegt. Welcher Fisch an diesem Tag zubereitet wurde, konnte von einem Gebiet zum anderen unterschiedlich sein. Während es manchenorts hierfür keine genauen Regeln gab, durfte in anderen nur Hering gegessen werden, sodass der Aschermittwoch auch „Heringstag“ genannt wurde.

Diese Tradition hält die Wirtin der HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Annerose Kloos, aufrecht. Ob Lachs mit Kräuterkruste, Seelachsfilet mit Weißweinsoße oder gefüllte Forelle aus dem Ofen – am Aschermittwoch verwöhnt sie ihre Gäste mit Fischgerichten aus ostdeutscher und bayerischer Tradition.

 

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März 2023

MÄR 1.

Ausstellungseröffnung - HDO in Deutschland

Wer bin Ich? Wer sind Wir? – Zu Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa

Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens, München

Ausstellungsort: Haus der Heimat, Bund der Vertriebenen Landesverband Hessen e.V., Friedrichstraße 35, 65185 Wiesbaden

Ausstellungszeitraum: Donnerstag, 2. März, bis Donnerstag, 6. April 2023

Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag 10.00–17.00 Uhr, Freitag, 10.00–14.00 Uhr

Eröffnungsveranstaltung: Samstag, 1. März 2023, 18.00 Uhr

In Kooperation mit: Bund der Vertriebenen Landesverband Hessen e.V.

Wer bin Ich? Wer sind Wir? – jeder Mensch, jede Gemeinschaft vergewissert sich der eigenen Identität stets aufs Neue. Die Bezugspunkte sind Herkunft, Sprache, Religion, Kultur. Dabei sind individuelle und kollektive Identitäten ambivalent, vielschichtig, und sie wandeln sich mit neuen Erfahrungen. Die Ausstellung „Wer bin Ich? Wer sind Wir?“ hat die regional vielfältigen Identitäten von Deutschen aus dem östlichen Europa zum Thema.

Der Münchner Stadtrat, Dr. Florian Roth (Siebenbürgen), die ehemalige Heimatpflegerin der Sudetendeutschen, Dr. Zuzana Finger (Slowakei), die Musikerfamilie Hubert (Russland), die Verwaltungsangestellte Andrea Kielburg (Banat), der Historiker Lukas Moj (Oberschlesien) und der weltberühmte Musiker Mulo Francel (Böhmen) – ihre Interviews stehen im Mittelpunkt der Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens. Darin setzen sie sich mit der Bedeutung von Heimat, Sprache, Familie, Musik, Tracht und Erinnerung für ihr Leben und ihr Selbstverständnis auseinander.

Neben diesen Faktoren nimmt die Ausstellung zugleich Religion und Literatur, Brauchtum und Handwerk, Essen, Landschaft und Symbole in den Blick, fragt nach ihrer Bedeutung für die individuellen und kollektiven Identitäten der Deutschen aus dem östlichen Europa. Der Komplexität und dem Facettenreichtum des Themas sucht sie durch exemplarische Annäherungen Rechnung zu tragen. Sie stellt sie vor am Beispiel der international berühmten Richard-Wagner-Festspiele im westpreußischen Zoppot bei Danzig / Gdańsk, 1922-1944; am Beispiel der Dialekte wie dem Zipserdeutsch in der Slowakei; mit Hinweis auf religiöse Traditionen wie die oberschlesische Barbarafeier; und mit Bezug auf Bräuche wie den Urzellauf an Fasching in Siebenbürgen oder auf Bekleidungsformen wie die Wischauer Tracht aus Mähren.

Identitätsdiskurse der NS-Zeit erfahren eine kritische Betrachtung am Beispiel des Portrait- und Landschaftsfotografen Hans Retzlaff (1902–1965). Seine Aufnahmen der Bräuche und Trachten der Deutschen in Siebenbürgen, dem Banat und Schlesien waren dem NS-Ideal von Nation, Rasse und „Großdeutschtum“ verpflichtet und dienten einer entsprechend geprägten „Völkerkunde“ zur visuellen Konstruktion des „arischen Menschen“.

Identitätsprozesse der letzten Jahrzehnte und der aktuellen Gegenwart werden in der Kultur der Heimatfeste, wie dem seit 1951 stattfindenden Heimattag der Siebenbürger Sachsen im mittelfränkischen Dinkelsbühl, oder in den öffentlichen Debatten um neue Kollektivsymbole der Deutschen aus dem östlichen Europa, wie das zentrale Vertriebenendenkmal des Freistaates Bayern am Hallplatz in Nürnberg, veranschaulicht.

Die Ausstellung Wer bin Ich? Wer sind Wir? zeigt: Deutsche Identitäten in Ostmittel- und Südosteuropa waren weder in der Vergangenheit noch sind sie in der Gegenwart als Einheit zu begreifen. Ihr Wesen lag und liegt nach wie vor in ihrer Vielfalt.

MÄR 7.

Programmreihe - Ostsee / Vortrag

Deutsche auf der Flucht: Die deutschen Flüchtlinge in Dänemark 1945-49 und das neue Museum FLUGT

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 7. März 2023, 19.00 Uhr

Referent: John V. Jensen (Museum zur Flucht in Dänemark)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Von Februar bis Mai 1945 kamen etwa 240.000 deutsche Flüchtlinge aus dem östlichen Europa nach Dänemark, wo sich bereits rund 100.000 verwundete Wehrmachtsangehörige aufhielten. Die Flüchtlinge waren in der dänischen Bevölkerung nicht beliebt, weil sie der verhassten Besatzungsmacht angehörten. Viele befanden sich nach der Flucht in einem körperlich schlechten Zustand; die Kindersterblichkeit war insbesondere in den Monaten vor und nach der deutschen Kapitulation im Frühjahr 1945 beträchtlich.

Der Vortrag handelt davon, wie diese gigantische Aufgabe von den dänischen Behörden mit Hilfe von deutschen politischen Exilanten und den deutschen Flüchtlingen selbst gelöst wurde. Sein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Tätigkeit des neuen Museums FLUGT – Refugee Museum of Denmark in Oksbøl im Zusammenhang mit der Finanzierung und Ausgestaltung seiner Erinnerungsarbeit.

John V. Jensen studierte – nach Aufenthalten in London, München und Prien am Chiemsee – Geschichte, Philosophie und Literatur an der Universität Aarhus in Dänemark sowie an der Universität Greifswald. Einer Beschäftigung an der Königlichen Bibliothek in Aarhus folgte 2005 die Anstellung als Museumsinspektor bei den Varde-Museen, zu denen das Museum FLUGT zählt. Seitdem setzt er sich mit dem Thema deutscher Vertriebener und Flüchtlinge in Dänemark auseinander, wozu er mehrere Artikel und Bücher verfasste, unter anderem das vor kurzem erschienene Werk „Deutsche auf der Flucht“. Aktuell forscht er zum Flüchtlingslager in Oksbøl sowie zur demokratischen Ausbildung in den dänischen Flüchtlingslagern.

MÄR 16.

Programmreihe - Temeswar 2023 / Lesung

„Dschangakinder“ (2022)

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 16. März 2023, 19.00 Uhr

Referentin: Katharina S. Eismann (Hanau-Steinheim)

Moderation: Dr. Lilia Antipow (HDO) und Thomas Zehender (Ulm)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: danube books Verlag

Es ist angedichtet. Nach der geglückten Landung mit dem Roman „Das Paprikaraumschiff“ bardet die Poetin durch mehr als eine Straßenheimat. Mit Jamben und Synkopen ist sie in die Dschanga gestiegen, die Straßenbahn im lautmalerischen Duktus ihrer Heimatstadt Temeswar. Timisoara, Du bist so schön, aber … Klein-Wien eine Postkarte? Aufgetankt, mit Ecken und Kanten – fünf Minuten Offenbach.

Eismann skizziert eine lyrische Landkarte, sie schreibt Weltmusikgedichte. Vom Mainbogen bis zur Donaumündung kommen Lebenskünstler, Rapper, Trafikanten, Tuchfühlerinnen, fantastische Frauen, Wäscherinnen, Kurierfahrer zu Wort – eine Industrie aus Seelen und Landschaften im Wortwechsel. Unaufgeregter Ausklang an der Entschlüssel-Bar. Die Geografie ihrer Zunge ist heimatlos. Und das macht Durst nach Sprache & Textour. Eismanns Gedichte falaffeln, nomadieren, elektrisieren, schweben durch polentagelbe Weiten, kraxeln auf den Jazzberg, um durchzuatmen.

Sigrid Katharina Eismann (geb. 1965 in Temeswar) ist Lyrikerin, Autorin, Künstlerin und Übersetzerin. Nach dem Besuch des Nikolaus-Lenau-Lyzeums emigrierte sie 1981 mit ihrer Familie in die Bundesrepublik Deutschland. 2017 erschien ihr Lyrikband „Reise durch die Heimat – von Offenbach nach Temeswar“ (Größenwahn Verlag), 2020 debütierte sie bei danube books mit ihrem Roman „Das Paprikaraumschiff“. Sigrid Katharina Eismann lebt in der Rhein-Main-Region und ist dort in der Kulturszene vielfältig aktiv.

MÄR 21.

Vortrag

Der jüdische Anwalt Ismar Littmann und seine Sammlung moderner Kunst

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 21. März 2023, 19.00 Uhr

Referent: Dr. Andreas Hüneke (FU Berlin, Forschungsstelle „Entartete Kunst“)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V.

Breslau war in den 1920er Jahren ein Zentrum der modernen Kunst. Daran hatten zahlreiche, vor allem jüdische Mäzene und Sammler einen wesentlichen Anteil. Zu ihnen gehörte der Rechtsanwalt Ismar Littmann, der eine Sammlung von fast 350 Gemälden und Aquarellen sowie 6000 Grafiken mit Schwerpunkt bei schlesischen Künstlern, u.a. bei Otto Mueller, aufbaute. 1933 wurde ihm durch das Berufsverbot für jüdische Anwälte die Existenzgrundlage entzogen, 1934 nahm er sich das Leben. Die Witwe musste Teile der Sammlung verkaufen. Aus einer Auktion wurden 1935 einige dieser Werke wegen „typisch kulturbolschewistischer Darstellung pornografischen Charakters“ von der Gestapo beschlagnahmt und 1937 nochmals als „Entartete Kunst” eingestuft. Seit den 1990er Jahren gab es mehrere spektakuläre Restitutionen.

Dr. Andreas Hüneke (geb. 1944 in Wurzen (Sachsen)) ist Kunsthistoriker und Provenienzforscher und gilt als einer der bedeutendsten Forscher zur NS-Aktion der „Entarteten Kunst“. Seit der Auffindung eines vollständigen Inventars aller 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der „Entarteten“ Kunst (ca. 19.000 Werke) 1997 ist er in diesem Projekt tätig. Seit April 2003 ist er Mitarbeiter bei der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ am Kunsthistorischen Institut der FU Berlin. Andreas Hüneke ist außerdem Gründer und Vorsitzender des Potsdamer Kunstvereins und langjähriger ehrenamtlicher Vizepräsident des Internationalen Kunstkritikerverbands AICA. Von Andreas Hüneke liegen u.a. vor: Franz Marc. Zitronenpferd und Feuerochse (1990); Farben der Mark. Landschaftsmalerei vom Biedermeier bis zur Neuen Sachlichkeit (1993); Franz Marc. Tierschicksale. Kunst als Heilsgeschichte (1994); Der Blaue Reiter. Eine Geschichte in Dokumenten (2011) sowie zahlreiche Veröffentlichungen zur NS-Aktion „Entartete Kunst“.

MÄR 25.

Programmreihe „Frauen schreiben Geschichte(n)“

Gusel Jachina

Veranstaltungsbeginn: Samstag, 25. März 2023, 19.00 Uhr

Moderation: Artur Böpple (Nürnberg)

Sprecher: Jurij Diez (München)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland

Die Programmreihe Frauen schreiben Geschichte(n) und ihre Online-Ausgabe Autorinnen lesen! bieten ein Forum für Schriftstellerinnen aus Deutschland und dem östlichen Europa. Geschichte und Gegenwart der Deutschen und ihrer Nachbarn in dieser Region spielen in ihrem Werk eine exzeptionelle Rolle. Historische Persönlichkeiten und fingierte Figuren werden dabei zu Akteuren in einem fiktionalen Geschehen. Darüber hinaus setzen sich die hier präsentierten Autorinnen in ihrem Werk mit verschiedenen Facetten des Themenspektrums „Frauen“ auseinander: Frauenbilder und mythologisierende Stereotypen des Weiblichen, Formen der weiblichen Freundschaft und ihre soziale und psychologische Funktion, Kunst und Literatur als Schlüssel zu den emotionalen Bedingungen des weiblichen Seins in der Moderne – und vieles mehr. In ihren Romanen, Erzählungen und lyrischen Werken, die vielfach ein individuelles Drama mit historischen Konstellationen und erzählerischer Spannung verbinden, befinden sich Frauen häufig auf existentieller Sinnsuche, was sich zwischen Heimat und Fremde abspielt.

Bei dieser Ausgabe stellen wir die Autorin Gusel Jachina (geb. 1977 in Kasan, Tatarstan) vor, eine russischsprachige Autorin tatarischer Abstammung. Sie studierte an der Kasaner Staatlichen Pädagogischen Hochschule Germanistik und Anglistik und absolvierte die Moskauer Filmhochschule. Ihr Roman „Suleika öffnet die Augen“ (2015) wurde in 31 Sprachen übersetzt, ihr zweiter Roman „Wolgakinder“ (2018) in 14 Sprachen. Ihr dritter Roman „Wo vielleicht das Leben wartet“ (2022) wird in 19 Sprachen erscheinen und ist wie alle ihre Bücher bereits ein Bestseller.

Gusel Jachina wird bei der Veranstaltung anwesend sein.

MÄR 28.

Programmreihe - Ostsee / Vortrag

Oberbayern im Ostseeraum. Betrachtungen zur Verbreitung von Arbeiten Wessobrunner Stuckateure im 18. Jahrhundert

Veranstaltungsbeginn: Dienstag, 28. März 2023, 19.30 Uhr

Referent: Torsten Veit (Greifswald)

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

In Kooperation mit: Deutsche Burgenvereinigung e.V.

Der Vortrag konzentriert sich auf Netzwerke von Stuckateuren aus Wessobrunn, einem kleinen Dorf in Oberbayern, die im 18. Jahrhundert mit ihren Werkstätten in den Ostseeraum abwanderten. Da es so gut wie keine Dekorationen im Original gibt, musste ein Weg gefunden werden, vergleichbare Daten zu sammeln, ohne stilistische Analysen und weit verbreitete Musterbücher zu verwenden. Durch die Kartierung der gesamten Verbreitung ihrer Werke in Europa von 1600 bis 1800 auf der Makroebene und die Identifizierung der familiären und beruflichen Beziehungen ausgewählter Stuckateure, Mitarbeiter und anderer Personen auf der Mikroebene unter Verwendung von Methoden der digitalen Geisteswissenschaften versuchte man dabei den Kosmos dieser Handwerker zu rekonstruieren. Hierfür wurden Datensätze aus heterogenen Quellen erstellt und in verschiedene Softwarelösungen zur Visualisierung und Interpretation dieser Daten eingegeben. Das Ergebnis sind zum einen Netzwerke von fast 200 Stuckateuren im abstrakten und konkreten Raum mit 450 Grundbeziehungen und zum anderen Karten und Diagramme von etwa 1200 Aktivitäten an 842 Orten. Die Visualisierungen selbst sind ein wichtiges Werkzeug für diesen Forschungsprozess und beeinflussen die Wissensproduktion spürbar.

Durch die Überlagerung der in Preußen und im Ostseeraum tätigen Stuckateure mit denen in Oberbayern wird deutlich, dass diese zwar eine gemeinsame Herkunft und zahlreiche Beziehungen hatten, sich aber in der Formensprache ihrer Dekorationen stark unterschieden. In dieser Hinsicht scheint das Konzept der Wessobrunner Schule nicht mehr haltbar zu sein. Die Forschungen von Torsten Veit zielen darauf ab, als Fallstudie für die Nutzung des Digitalen zu dienen, aus impliziten Daten explizite Informationen zu generieren und damit einen Mehrwert für die kunsthistorische Forschung in einer wenig untersuchten Epoche und Grenzregion zu schaffen und neue Erkenntnisse über Studien zu Kulturtransfer und vormodernen Migrationen zu gewinnen.

Torsten Veit ist Kunsthistoriker, Steinmetz und Steinbildhauer. Nach seinen Ausbildungen in Deutschland und Italien begann er ein Studium der Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Greifswald. Sein Masterstudium schloss er 2015 mit der Arbeit „‚Oberflächlich betrachtet‘ – Studien zur Oberflächenbehandlung und -wirkung in der barocken Bildhauerei bei Bernini und Schlüter“ ab. Von 2016 bis 2019 war Torsten Veit wissenschaftlicher Mitarbeiter im IRTG „Baltic Borderlands. Shifting Boundaries of Mind and Culture in the Borderlands of the Baltic Sea Region” an der Universität Greifswald. Seit dieser Zeit ist er Doktorand bei Professor Dr. Kilian Heck. Aktuell ist er als wissenschaftlicher Koordinator und Datenmanager im Forschungsprojekt Herrenhauszentrum des Ostseeraums tätig.

MÄR 30.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Talk in der Ausstellung mit Bruno Maria Bradt

Veranstaltungsbeginn: Donnerstag, 30. März 2023, 17.00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

MÄR 31.

Buchpräsentation (mit Gerichtsverköstigung)

Eva Habel, „Zu Gast bei den Roma in Schluckenau. Rezepte und Erinnerungen“ (2021)

Veranstaltungsbeginn: Freitag, 31. März 2023, 18.00 Uhr

Veranstaltungsort: HDO-Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“, Am Lilienberg 5, 81669 München

Eintritt: 20 Euro (inkl. 3-Gänge-Menü, ohne Getränke)

In Kooperation mit: Heimatpflegerin der Sudetendeutschen und Kulturreferat für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein

Dass Liebe durch den Magen geht, ist bekannt. Dies war wohl auch für Eva Habel ein Grund, ein Kochbuch der Roma herauszubringen, die seit vielen Jahrzehnten im Schluckenauer Zipfel in Nordböhmen leben. Die Schluckenauer Roma wurden nach 1945 in der kommunistischen Tschechoslowakei in diese Grenzregion umgesiedelt und kamen ursprünglich aus verschiedenen Teilen der einstigen Donaumonarchie. Von überall her brachten sie auch ihre Rezepte mit, wobei viele davon einem Sudetendeutschen ebenfalls vertraut sind.

So entstand ein hochinteressantes Buch mit vielen Kochanleitungen für Süßes und Herzhaftes. Dazwischen finden sich Erinnerungen und Bilder aus dem althergebrachten Leben der Schluckenauer Roma. Somit führt das Buch nicht nur in ihre Küche, sondern auch in ihre Lebenswelt ein. Indem es in den Lebensgeschichten der Roma die Wechselwirkungen mit der Mehrheitsgesellschaft reflektiert, schließt es eine große Wissenslücke über diese Minderheit.

Das Kochbuch „Zu Gast bei den Roma in Schluckenau“ wurde vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dem Bundesjustizministerium, dem Regierungsamt der Tschechischen Republik, Renovabis und dem Bistum Eichstätt gefördert. Es erscheint auf Tschechisch, Deutsch und Romanes.

Dr. Eva Habel ist Direktorin der Regionalcaritas Schluckenau/Šluknov (Tschechien). Von 1999 bis 2008 war sie Heimatpflegerin der Sudetendeutschen. Seit 2008 ist sie als Pastoralreferentin der Caritas für die Roma-Minderheit in Schluckenau tätig. Sie kümmert sich vor allem um Roma-Familien, die in schwierigen Verhältnissen leben. Mit Hilfe vom Leitmeritzer Bischof Jan Baxant gründete sie eine Gebietsdirektion. Dank der Unterstützung aus Deutschland realisierte sie zahlreiche Projekte, um die Situation der Menschen zu verbessern. Auch Koch- und Backkurse für Roma-Kinder und -jugendliche stehen auf ihrem Programm.

 

 

 

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Veranstaltungsarchiv

2021

Programm Juni bis Juli 2021

Programm September bis Dezember 2021

Terminabsagen und Onlineveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie September bis Dezember 2021

2022

Programm Januar bis März 2022

Programm April bis Juli 2022

Haus des Deutschen Ostens
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Programm April bis Juli 2022

Das komplette Programmheft September bis Dezember 2022 können Sie hier herunterladen.

Eintritt

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Veranstaltungsarchiv

Eine Übersicht über unsere Veranstaltungen der vergangenen Jahre finden Sie in den jeweiligen HDO-Journalen.