Veranstaltungen

Änderungen vorbehalten

Unser öffentliches Kultur- und Bildungsprogramm ist bis auf weiteres ausgesetzt.  Wir werden Sie informieren, wenn die Situation wieder einen geregelten Kultur- und Begegnungsbetrieb erlaubt. Wir bemühen uns, Ihnen einzelne Veranstaltungen in einer online Version (z.B. als Video) zur Verfügung stellen zu können oder die Veranstaltungen zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen. Einen Überblick über unsere aktuellen Online-Angebote finden Sie hier

Ausstellungen

Im Haus des Deutschen Ostens

Derzeit nicht zugänglich
Das Who is Who der Deutschen aus dem östlichen Europa, Folge 5
Flurausstellung im 1. OG
Haus des Deutschen Ostens

11. Mai 2020 bis 05. Juni 2020
Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte
Ausstellung des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK), Moskau
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10:00 bis 18:30 Uhr
Bitte beachten Sie die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung! Alle Infos hier

02. Juni 2020 bis 30. Oktober 2020
Ausstellung "Hertha" von Filip Raif und Dr. Serafine Lindemann
Ausstellungsort: Ausstellungsräume des HDO
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10:00 bis 18:30 Uhr
Bitte beachten Sie die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung! Alle Infos hier

19. Juni bis 29. Juli 2020
Städte… Unter den Füßen… Über dem Kopf…
Fotos und Objekte von Waldemar Kern
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr

Außerhalb des Hauses

17. Februar bis 20. September 2020
Das Haus Schlesien zeigt die HDO-Wanderausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten - Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa"
Alle Informationen finden Sie hier
Haus Schlesien, Dollendorfer Str. 412, 53639 Königswinter

 

20. Mai bis 26. Juni 2020
Das Gerhart-Hauptmann-Haus zeigt die HDO-Wanderausstellung "Kann Spuren von Heimat enthalten - Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa"
Alle Informationen finden Sie auf der Homepage des Gerhart Hauptmann Hauses.
Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Deutsch-osteuropäisches Forum Düsseldorf, Bismarckstraße 90, 40210 Düsseldorf

 

13. Juli bis 20. September 2020
Das Museum im Kornhaus in Bad Waldsee zeigt die Wanderausstellung des HDO "Mitgenommen - Heimat in Dingen".
Weitere Information finden Sie auch auf der Homepage des Museums im Kornhaus.
Museum im Kornhaus Bad Waldsee, Hauptstraße 40 (Rathausplatz), 88339 Bad Waldsee

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April 2020

APR 2. 2020

Festveranstaltung

"Mit der Prägnanz kleistischer Sprachkunst"

Abgesagt

Ehrung des Schriftstellers Hans Bergel in seinem 95. Lebensjahr

In Kooperation mit: Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V., Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, Generalkonsulat von Rumänien in München

Apr 21. 2020

Ausstellung

Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte

Ausstellungseröffnung abgesagt

Ausstellung des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK), Moskau

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungsdauer: 11. bis 05. Juni 2020
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 18.30 Uhr

Bitte beachten Sie die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung! Alle Infos hier

Unter Katharina der Großen siedelten sich auf Einladung der Zarin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts viele Deutsche im Russischen Zarenreich an, ganz besonders im Gebiet an der Wolga. Nach der Oktoberrevolution im Jahr 1917 erhielt das wolgadeutsche Gebiet in Form einer „Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“ erstmals eine Eigenständigkeit – jedoch nur für wenige Jahre. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Wolgadeutschen 1941 auf Befehl Stalins nach Sibirien und Kasachstan deportiert.
Die Ausstellung „Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte“ wurde 2018 vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) und der „Moskauer Deutschen Zeitung“ in Zusammenarbeit mit Archiven und Museen in Russland und Deutschland anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Wolgadeutschen Autonomie konzipiert. Zu sehen sind einmalige historische Aufnahmen, die sowohl in Deutschland als auch in Russland auf großes Interesse stoßen.

Apr 23. 2020

Tagesexkursion

Das neue Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg

Abgesagt

Eine Veranstaltung auf Initiative des Vereins der Förderer des Hauses des Deutschen Ostens e.V., München

APR 28. 2020

Podiumsdiskussion

Sehnsucht nach der k.u.k.-Zeit

Abgesagt, vorraussichtlicher neuer Termin: 21. Juli 2020

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, Adalbert Stifter Verein

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Mai 2020

Mai 7. 2020

Begleitprogramm

Führung durch die Ausstellung

Abgesagt

Führung durch die Ausstellung „Das deutsche Wolgagebiet“
mit Patricia Erkenberg, M.A., Haus des Deutschen Ostens, München

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Anmeldung telefonisch unter 089/44 99 93-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de erforderlich

Mai 11. 2020

Ausstellung

Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte

Ausstellung des Internationalen Verbands der deutschen Kultur (IVDK), Moskau

Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Ausstellungsdauer: 11. bis 05. Juni 2020
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 18.30 Uhr

Bitte beachten Sie die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung! Alle Infos hier

Unter Katharina der Großen siedelten sich auf Einladung der Zarin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts viele Deutsche im Russischen Zarenreich an, ganz besonders im Gebiet an der Wolga. Nach der Oktoberrevolution im Jahr 1917 erhielt das wolgadeutsche Gebiet in Form einer „Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen“ erstmals eine Eigenständigkeit – jedoch nur für wenige Jahre. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Wolgadeutschen 1941 auf Befehl Stalins nach Sibirien und Kasachstan deportiert.
Die Ausstellung „Das deutsche Wolgagebiet. Eine unvollendete Fotogeschichte“ wurde 2018 vom Internationalen Verband der deutschen Kultur (IVDK) und der „Moskauer Deutschen Zeitung“ in Zusammenarbeit mit Archiven und Museen in Russland und Deutschland anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Wolgadeutschen Autonomie konzipiert. Zu sehen sind einmalige historische Aufnahmen, die sowohl in Deutschland als auch in Russland auf großes Interesse stoßen.

Mai 12. 2020

Vortrag

Von den Deutschen an der Wolga zu den Wolgadeutschen: die Geschichte einer verhinderten Nationsbildung

Die Veranstaltung findet als Onlineveranstaltung statt.

Referent: Dr. Viktor Krieger (Nürnberg)

Den vollständigen Vortrag finden Sie auf YouTube.

Seit 1764 kamen in die Gegend um die Stadt Saratow an der Wolga etwa 23.000 zumeist deutsche Einwanderer, die bis 1772 in 104 Kolonien angesiedelt wurden. 150 Jahre später bevölkerten hier ca. 550 000 Nachkommen der ersten Kolonisten kompakt eine Fläche von ca. 20 000 km², so groß wie das Land Rheinland-Pfalz. Das Siedlungsgebiet entwickelte sich zu einem der wichtigsten getreideproduzierenden und -verarbeitenden Regionen im Russischen Reich. Hinzu kam eine wachsende Gewerbeindustrie. Ortschaften wie Balzer, Grimm oder Katharinenstadt gewannen immer mehr städtische Züge – mit majestätischen katholischen und evangelisch-lutherischen Kirchen, Apotheken und Krankenhäusern, Buchläden und Gymnasien.
Trotz dieser einstigen demographischen und sozioökonomischen Dynamik leben heute nur noch wenige Tausend Deutsche verstreut im Wolgagebiet. Allein die verfallenen Sakralbauten und zerstörten Friedhöfe erinnern an die früheren Einwohner. Dr. Viktor Krieger versucht in seinem Vortrag eine Erklärung für diese Entwicklung zu bieten.
Dr. Viktor Krieger (geb. 1959 im Gebiet Schambyl/Kasachstan) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland e. V. (BKDR, Nürnberg). Er gilt als einer der besten Kenner der Geschichte der Deutschen in Russland. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören u.a.: Kolonisten, Sowjetdeutsche, Aussiedler. Eine Geschichte der Russlanddeutschen (2015); Rotes deutsches Wolgaland. Zum 100. Jubiläum der Gründung der Wolgadeutschen Republik (2018).

Mai 19. 2020

HDO in Deutschland / Ausstellungseröffnung

Kann Spuren von Heimat enthalten – Eine Ausstellung über Essen und Trinken, Identität und Integration der Deutschen des östlichen Europa

Ausstellungseröffnung abgesagt

Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens

Ausstellungsort: Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Deutsch-osteuropäisches Forum Düsseldorf, Bismarckstr. 90, 40210 Düsseldorf

Ausstellungszeitraum: 20. Mai bis 26. Juni 2020
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10.00 bis 12.00 Uhr; Voranmeldung nötig

Hungerjahre und Überfluss, Familienrezepte, die Wiedergründung von Firmen und die Herstellung altbekannter Produkte, Identitätserhalt und Integration – all das bestimmte das Leben und den Alltag vieler Deutscher aus dem östlichen Europa, ob sie nach 1945 als Flüchtlinge und Vertriebene oder im Laufe der folgenden Jahrzehnte als Aussiedler und Spätaussiedler nach Deutschland kamen. Die Ausstellung zeigt neben diesen Themen auch die landwirtschaftliche Vielfalt der Herkunftsregionen der Deutschen aus dem östlichen Europa und stellt typische Gerichte vor, seien es aufwendige Resteessen, Knödel und Nocken, Klopse oder die süßen Bienenkörbe und Damenkaprizen.
Das Gerhart-Hauptmann-Haus in Düsseldorf zeigt von Mai bis Juni 2020 die HDO-Wanderausstellung „Kann Spuren von Heimat enthalten“. Damit ist die Ausstellung über Essen und Trinken gleich an zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen zu sehen. Auch im Haus Schlesien in Königswinter kann sie noch bis zum 26. Juli 2020 besichtigt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Gerhart-Hauptmann-Hauses.

Mai 26. 2020

Programmreihe / Filmsoirée

„Russlands Milleniumskinder“ (2019)

Abgesagt

Referentin: Irene Langemann (Köln)
Moderation: Dr. Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens, München
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Die Kinder, die an dem Tag der Machtübernahme von Vladimir Putin, am 31. Dezember 1999, und in der Zeit um die Jahrtausendwende geboren wurden, kennen nur den Ex-KGB Mann im Himmel der Macht. Doch ähnlich wie ihre Gleichaltrigen im Westen gehören sie zur Internetgeneration, haben Zugang zu Informationen, die in den staatlich gelenkten Medien Russlands keinen Platz haben. Wie denkt und fühlt die Generation-Putin? Wie möchte sie in dem scheinbar erstarkten, aber trotzdem instabilen Land leben?
Von Sankt Petersburg bis Ostsibirien begleitet der Film unterschiedliche Vertreter dieser Generation: Vom glühenden Verehrer Putins, der es für richtig hält, dass die staatlich gesteuerte Propaganda einen Mythos um den ewigen Herrscher erschaffen hat, bis zu einer leidenschaftlichen Aktivistin der Opposition, die Putin und seine Unterstützer für eine ‚kriminelle Bande‘ hält, die mit verbrecherischen Methoden Reichtum angehäuft hat und das Volk verarmen lässt.
Der Film taucht in die Lebenswelten der Jugendlichen ein, zeigt Impressionen aus einer mit Stacheldraht umzäunten geschlossenen Stadt in Sibirien, aus dem impulsiven Moskau und einem muslimischen Dorf in Tatarstan. Das russische Bildungswesen wird in einem Polizeigymnasium oder bei der Ausbildung zum Koch sichtbar, die Methoden der Propaganda werden in einem Seminar für Journalistik-Studenten augenfällig.
Aus der Perspektive von Millenniumskindern, im Spannungsfeld von Privatem und Politischem, ist ein dichtes differenziertes Porträt der ‚Generation-Putin‘ entstanden (Text: Lichtfilm GmbH).
Irene Langemann (geb. 1959 in Issilkul/Russland) ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Schauspielerin. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. Ihre Ausbildung absolvierte Irene Langemann an der Schtschepkin-Theaterhochschule (Moskau). 1997 startete Langemann ihre Karriere als Filmemacherin. Seitdem sind mehr als zwei Dutzend Filme entstanden, darunter „Pawlenski – Der Mensch und die Macht“ (2016).

Mai 28. 2020

Begleitprogramm / Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Dr. Serafine Lindemann

Abgesagt

Eintritt: 5 Euro, Kaffee und 1 Stück Kuchen inklusive

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO

Dr. phil. Serafine Lindemann ist selbstständige Kuratorin, Autorin und Initiatorin diverser interdisziplinärer Projektreihen, der Kunstplattform artcircolo und des Vereins Pilotraum01. Seit 1989 engagiert sie sich für ein internationales und experimentelles Kunst-, Dialog- und Ausstellungsprogramm, vorwiegend mit den Themenkomplexen Wasser, kulturelle Identitäten und gesellschaftliche Wandlungsprozesse. 2016 gründete sie zusammen mit Zdeňka Morávková das deutsch-tschechische Kunst-, Literatur- und Musikfestival „Im Zentrum“/„V centru“, das alljährlich in der Altvaterregion/Tschechien stattfindet.

Mai 28. 2020

Ausstellungseröffnung

„Hertha“ von Filip Raif und Dr. Serafine Lindemann

Ausstellungseröffnung abgesagt

Referent: Dr. Serafine Lindemann
Ausstellungszeitraum: 02. Juni 2020 bis 30. Oktober 2020

Bitte informieren Sie sich über die Zugangsbeschränkungen zur Ausstellung. Alle Informationen finden Sie hier

2020 feiert Hertha Lindemann ihren 100. Geburtstag. Sie ist 1920 auf dem Gut Kunzendorf in der Altvaterregion, in Mährisch-Schlesien, das heute zu Tschechien gehört, auf die Welt gekommen. Die Familie war mehrsprachig: In Herthas Elternhaus war Deutsch ebenso zu hören wie Französisch; später lernte sie auf der Schule als weitere Sprache Tschechisch. Nach dem Abitur ging Hertha nach Prag und nahm dort ein Studium an der Karls-Universität auf. Nach der Vertreibung 1945 verschlug es sie zunächst nach Schweden, später nach Deutschland, wo sie sich in Hamburg niederließ. Die Heimat gehörte jedoch für Hertha nie zur Vergangenheit: trotz ihres hohen Alters hat sie die Region Altvaterland wiederholt besucht und Kontakte zu ihren neuen tschechischen Bewohnern aufgenommen. Filip Raif ließ sich von ihrer Geschichte zur grafischen Novelle „Hertha“ inspirieren, die die Grundlage für die gleichnamige Grafikausstellung bildet. Herthas Tochter, die Projekt- und Ausstellungskuratorin Dr. Serafine Lindemann, wirkte bei dem Projekt mit. Die Zusammenarbeit zwischen Hertha und Serafine Lindemann und Filip Raif entwickelte sich im Rahmen des deutsch-tschechischen Kunst-, Literatur- und Musikfestivals „Im Zentrum“/„V centru“ in der Region Altvaterland. 2019 gestaltete Filip Raif zu Ehren von Hertha Lindemann einen Raum im Festival-Haus.
Filip Raif ist ein tschechischer Grafiker und Plakatkünstler mit Sitz in Freiwaldau/Jeseník, in der Altvaterregion. Er absolvierte die Akademie für Kunst, Architektur und Design Prag. Filip Raif entwirft Buchillustrationen, Produkt- und Firmendesigns. In seinen individuellen Projekten setzte er sich wiederholt mit Sujets und Motiven aus der Geschichte der Altvaterregion auseinander. Raif ist Teilnehmer zahlreicher Ausstellungen in und außerhalb Tschechiens.

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Juni 2020

Jun 18. 2020

Ausstellungseröffnung

Städte… Unter den Füßen… Über dem Kopf… Fotos und Objekte von Waldemar Kern

Ausstellungseröffnung abgesagt, Ausstellung findet statt

Referent: Waldemar Kern
Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr
Ausstellungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Ausstellungsdauer: 19. Juni bis 29. Juli 2020
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr

Städte – das sind nicht nur Betriebe und Verwaltungsgebäude, Universitäten und Museen, Straßen und Plätze. Im Ausstellungsprojekt „Städte... Unter den Füßen... Über dem Kopf...“ begibt sich Waldemar Kern in Deutschland und Russland, beide sind für ihn „Heimat“, auf Spurensuche. Nach Dingen, über die wir im urbanen Alltag hinweggehen, ohne sie wahrzunehmen. In München und Berlin, Moskau und Köln entdeckt seine Kamera Zeichen am Boden. Es handelt sich um Kanalabdeckungen, oft schief in den Gehweg eingebaut, manchmal historisch, vereinzelt mit dem Stadtwappen versehen, gelegentlich sogar mit Werbung. Er findet Stolpersteine und Gedenktafeln, welche an Menschen erinnern sollen, die in diesen Städten einst lebten und auf tragische Weise ihr Leben verloren. Unauffällige Zeugnisse der Vergangenheit und Gegenwart hüten sie jedoch den Geist und die Geschichte eines Ortes und seines Alltags.
Zu diesem Blick des Künstlers nach unten gesellt sich sein kontrastierender Blick nach oben, über die Köpfe der Menschen hinweg. Dieser ist in Waldemar Kerns Fotoserie „Weiß auf Schwarz“ festgehalten. Ihr Thema ist die Natur in den Städten – visuell verfremdete Baumkronen und Äste, die, gebrochen, gebogen und verwoben, sich zu einem Phantasiegebilde formen und eine Art „Muskeln der Stadt“ bilden.
Waldemar Kern (geb. 1952 in Nischni Tagil/Russland) studierte an der Kunst- und Graphikfakultät der Kunsthochschule seiner Heimatsstadt sowie an der Akademie der bildenden Künste in Moskau. Es folgten Einzelausstellungen u.a. in Moskau, Berlin und München. Waldemar Kern lebt und arbeitet in Köln. Neben seinen künstlerischen Arbeiten ist er auch als Kunstpädagoge tätig.

Jun 23. 2020

Filmsoirée

„Spiel des Schicksals“ (2019)

Veranstaltung abgesagt

In Kooperation mit: Deutsches Kulturforum östliches Europa Potsdam, Donauschwäbisches Zentralmuseum Ulm, Ungarisches Kulturinstitut Stuttgart

Referenten: Éva Hübsch (Novi Sad/Serbien) und Ria Schneider (München)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Veranstaltungsbeginn: 18:30 Uhr

Eine Wohnung in der Innenstadt von Novi Sad/Neusatz (Serbien), wird zum Ort, wo sich die Lebenslinien zweier Familien der ehemaligen und heutigen Bewohner dieser Stadt kreuzen. Trotz ihres geografischen und zeitlichen Abstands haben sie sich ihre kostbaren Kindheitserinnerungen bewahrt, auch wenn die einen Ende des Zweiten Weltkriegs geflüchtet sind, während die anderen, die daheim geblieben sind, als Donauschwaben gebrandmarkt, viel Schlimmes erdulden mussten. Von einst einer halben Million Donauschwaben in Jugoslawien sind nur einige Tausend in ihrer Heimat geblieben. Viele von ihnen meinen immer noch, dass sie es im deutschen Mutterland leichter gehabt hätten. Wäre es tatsächlich so gewesen?
Der Film zeigt die nach wie vor bestehende Verbundenheit der Donauschwaben mit ihrer Heimatstadt Novi Sad, und wie es ihnen gelungen war, jahrhundertelang mit Nachbarn, die einer anderen Sprache, Religion und Kultur angehören, friedlich und respektvoll zusammen zu leben. Aber auch die andere Seite der Geschichte wird sichtbar, nämlich das Schicksal derjenigen, die in alle Welt geflüchtet sind.
Der Film regt zum Nachdenken darüber an, ob die Donauschwaben, deren Vorfahren vor 300 Jahren im Bestreben, ein besseres Leben und eine neue Heimat in der Fremde zu finden, nach Südosteuropa gezogen sind, trotz der historischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts noch eine Zukunft haben.
Die Regisseurin Éva Hübsch und die Zeitzeugin Ria Schneider, die eine der Filmprotagonistinnen ist, werden bei der Vorstellung des Films anwesend sein.
Éva Hübsch entstammt der donauschwäbischen Minderheit im Banat und ist TV-Journalistin und Filmregisseurin. 1986–1992 war Hübsch als Journalistin des Fernsehens der Vojvodina tätig. Seit 1992 drehte sie im Auftrag von TV-Sendern aus Finnland, den Niederlanden, der Schweiz und Ungarn. 2008 folgte die Gründung einer eigenen Produktionsfirma „Media News“ (Novi Sad), die unter anderem 2010 den Film „Lost in History“ über das Schicksal zweier donauschwäbischer Frauen während des Zweiten Weltkrieges herausbrachte. Darüber hinaus ist Éva Hübsch mit zwei Sendungen im RTV-TV Vojvodina vertreten.

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Juli 2020

Jul 2. 2020

Symposium

Königsberg, rekonstruiert

Veranstaltung abgesagt

In Kooperation mit: Arbeitsgemeinschaft für ost- und westpreußische Landeskunde der LMU München

Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München

Veranstaltungsbeginn: 15 Uhr

Königsberg, heute Kaliningrad in der russischen Exklave, gehört zu den Städten, die im Zweiten Weltkrieg besonders große Verwüstungen erlitten. Doch die Zerstörungen begannen – wie in vielen anderen deutschen Städten – bereits früher. Am 9. November 1938, während der sogenannten „Reichspogromnacht“, brannte in Königsberg die Neue Synagoge nieder, die nationalsozialistische Trupps angezündet hatten.
Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Königsberg Ziel von Luftangriffen. Im August 1944 geriet dabei auch der Königsberger Dom in Brand und stürzte teilweise ein. Der Rest der zerstörten historischen Innenstadt wurde nach dem Ende des Krieges von den neuen sowjetischen Machthabern abgerissen, nur die Ruine des Doms blieb stehen und wurde 1960 zum Kulturdenkmal erklärt.
Seit dem Ende der Sowjetunion erinnert man sich in Kaliningrad mehr und mehr an die deutsche Vergangenheit der Stadt. Dazu gehört auch die Rekonstruktion und Restaurierung historischer Gebäude. Der Dom wurde bereits seit 1992 restauriert und 1998 wiedereröffnet. Er dient heute sowohl als Gotteshaus als auch als Museum. Der Wiederaufbau der Synagoge begann im Jahr 2011 und wurde 2018 fertiggestellt. Sie wird heute als kulturelles Zentrum genutzt.
Das Symposium beschäftigt sich mit diesen Rekonstruktionen und Restaurierungen im heutigen Kaliningrad aus historischer und kunsthistorischer Perspektive.

Das detaillierte Programm wird zeitnah auf der Webseite des HDO veröffentlicht.

Jul 9. 2020

Erzählcafé

Dr. Renate von Walter im Gespräch mit… Dr. Zuzana Jürgens

Eintritt: 5 Euro (inkl. Kaffee und ein Stück Kuchen)

Veranstaltungsort: Gaststätte „Zum Alten Bezirksamt“ im HDO
Veranstaltungsbeginn: 15 Uhr

Dr. Zuzana Jürgens ist seit 2019 Geschäftsführerin des Adalbert Stifter Vereins, der sich für den deutsch-tschechischen Dialog einsetzt und Kulturveranstaltungen in München, Bayern und auch Tschechien organisiert. Sie hat Bohemistik in Prag studiert und war Lehrbeauftragte für tschechische Literatur an der Universität Konstanz, der Humboldt-Universität zu Berlin und seit 2014 an der LMU München. 2009–2014 leitete sie das Tschechische Zentrum München, 2016–2019 war sie Projektleiterin des Europe Direct Informationszentrums, ebenfalls in München.

Jul 9. 2020

Buchpräsentation und Podiumsgespräch

Gemeinsame Vergangenheit, gemeinsame Erinnerung? Das Projekt eines deutsch-russischen Geschichtsbuches

Referenten: Professor Dr. Dr. h.c. (mult.) Horst Möller (München), Professor Dr. Helmut Altrichter (Erlangen-Nürnberg), Professor Dr. Dietmar Neutatz (Freiburg)
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Ein Briefwechsel zwischen Bundeskanzler Helmut Kohl und dem russischen Präsidenten Boris Jelzin rief 1997/98 die Gemeinsame Deutsch-Russische Historikerkommission ins Leben.  Mit auf beiden Seiten je 12 Mitgliedern (Historikern und Archivaren) sollte sie zur bilateralen Erforschung der jüngeren deutschen und russischen Geschichte beitragen: durch eine Erleichterung des Zugangs zu Archiven, die Beratung und Unterstützung interessierter Wissenschaftler, die gemeinsame Erörterung wichtiger historischer Themen und die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Untersuchungen und Materialien.
Ein Projekt dieser Kommission war die Erarbeitung eines gemeinsamen deutsch-russischen Geschichtsbuches, geschrieben für einen breiten Adressatenkreis. Reich bebildert, sollte es von der Geschichte Deutschlands, Russlands und ihren Beziehungen zueinander erzählen, in essayartigen Artikeln, die jeweils Schlüsselereignisse, -personen und -institutionen in den Mittelpunkt stellten, darunter auch Artikel zur Geschichte und Kultur der Deutschen in Russland (und der Russen in Deutschland). Das Besondere: jeder Artikel sollte von einem deutschen und einem russischen Historiker gemeinsam verfasst werden und die deutsche und die russische Ausgabe in Text, Bildmaterialien und Layout identisch sein.
Das Projekt steht vor dem Abschluss. Die drei Bände vom 18. bis zum 20. Jahrhundert (deren letzter in diesem Sommer erscheint) enthalten auf insgesamt 1.160 Seiten 85 Essays, von knapp hundert Autoren aus Deutschland und Russland, unter ihnen viele jüngere Wissenschaftler, die nicht Mitglied der Kommission sind.
Professor Dr. Dr. h.c. (mult.) Horst Möller und Professor Dr. Helmut Altrichter sind auf deutscher Seite Hauptherausgeber des Werkes, Professor Dr. Dietmar Neutatz schrieb (zusammen mit seinem russischen Kollegen, Professor Dr. Arkadi German) den Artikel „Deutsche in Russland im 19. Jahrhundert“.
Professor Dr. Dr. h.c. (mult.) Horst Möller (geb. 1943 in Breslau) gilt als einer der renommierten Neuzeithistoriker Deutschlands. Er war u.a. Direktor des Deutschen Historischen Instituts (DHI) Paris und Direktor des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) München-Berlin.
Professor Dr. Helmut Altrichter (geb. 1945 in Alt-Moletein, Mähren/heute Tschechien) war Professor für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Universität Augsburg und Inhaber des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg.
Professor Dr. Dietmar Neutatz (geb. 1964 in Bad Homburg) ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Osteuropäische Geschichte an der Universität Freiburg. Von Dietmar Neutatz liegen u.a. vor: (als Hrsg.), Die Deutschen und das östliche Europa. Aspekte einer vielfältigen Beziehungsgeschichte. Festschrift für Detlef Brandes zum 65. Geburtstag (2006); (als Hrsg.), Besetzt, interniert, deportiert. Der Erste Weltkrieg und die deutsche, jüdische, polnische und ukrainische Zivilbevölkerung im östlichen Europa (2013); Träume und Alpträume. Eine Geschichte Russlands im 20. Jahrhundert (2013).

Jul 10. 2020

Begleitprogramm zur Ausstellung

Führung durch die Ausstellung mit Waldemar Kern

Veranstaltungsbeginn: 18 Uhr

Anmeldung telefonisch unter 089/44 99 93-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de erforderlich

Jul 12. 2020

HDO in Deutschland / Ausstellungseröffnung

„Mitgenommen – Heimat in Dingen“

Wanderausstellung des Hauses des Deutschen Ostens

Veranstaltungsbeginn: 11 Uhr

Zur Ausstellungseröffnung spricht Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München

Ausstellungsort: Museum im Kornhaus, Hauptstraße 40 (Rathausplatz), 88339 Bad Waldsee
Ausstellungsdauer: 13. Juli bis 20 September 2020
Öffnungszeiten: Freitag bis Sonntag, 13.30 bis 17.30 Uhr

Der Teddybär aus dem Rucksack eines kleinen Brünner Mädchens, der Blechteller aus dem Lager in Ungarn, die Schlüssel vom „Zuhause“ in Oberschlesien, die ersten Ausweisdokumente – diese und viele andere Gegenstände und ihre Geschichten erinnern bis heute an die alte Heimat, an Flucht, Vertreibung, Deportation und Lager, an die Aussiedlung oder die Ankunft „im Westen“. Sie haben ihren hohen ideellen Wert für ihre Besitzer nie verloren.
Die Ausstellung des Hauses des Deutschen Ostens will anhand der Dinge und ihrer Geschichte von persönlichen Schicksalen ihrer Eigentümer erzählen. Vergleichbares erleben heute weltweit Menschen, die von Krieg, Gewalt und Verfolgung bedroht sind.
Von Juli bis September 2020 zeigt das Museum im Kornhaus in Bad Waldsee (Baden-Württemberg) die HDO-Wanderausstellung „Mitgenommen – Heimat in Dingen“. Ergänzt wird die Ausstellung durch mitgenommene Dinge und Geschichten der Vertriebenen in Bad Waldsee und seiner Umgebung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Museums.

Jul 14. 2020

Podiumsgespräch

70 Jahre später: Die „Charta der Heimatvertriebenen“ auf dem Prüfstand

In Kooperation mit: Bund der Vertriebenen, Landesverband Bayern e.V.

Referenten: Dr. Otfrid Pustejovsky (Waakirchen), Professor Dr. Michael Schwartz (Berlin), Professor Dr. Matthias Stickler (Würzburg)
Moderation: Christian Knauer, Landesvorsitzender des BdV Bayern, und Professor Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, München
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Vor 70 Jahren, im August 1950, wurde die „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ von Vertretern der Vertriebenenverbände und der Landsmannschaften unterzeichnet und bei einer Kundgebung in Stuttgart verkündet. Sie bildet auch heute noch die Wertegrundlage des Bundes der Vertriebenen und vieler Landsmannschaften. In der Charta forderten die Vertriebenen unter anderem ein „Recht auf Heimat“ sowie die Gleichstellung mit der übrigen Bevölkerung und eine gleichmäßige Verteilung der Lasten des Zweiten Weltkrieges. Gleichzeitig proklamierte die Charta einen Verzicht auf „Rache und Vergeltung“.
Viele der Forderungen wurden durch das Lastenausgleichs- und das Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz in den 1950er Jahren erfüllt. Gleichzeitig wurde die Charta immer wieder als besonders wichtiger Beitrag zur Versöhnung mit den östlichen Nachbarländern Deutschlands hervorgehoben.
Es gibt und gab aber auch immer wieder kritische Stimmen zur Charta der Heimatvertriebenen. Besonders der Satz „Die Völker der Welt sollen ihre Mitverantwortung am Schicksal der Heimatvertriebenen als der vom Leid dieser Zeit am schwersten Betroffenen empfinden“ rief Kritik hervor. Auch die NS-Vergangenheit einiger Unterzeichner warf und wirft für viele ein schlechtes Licht auf die Charta.
Dr. Otfrid Pustejovsky (geb. 1934 in Mährisch Ostrau/Ostrava) war Beamter des Bayerischen Sozialministeriums. In dieser Funktion war er unter anderem am Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz beteiligt. Als Historiker beschäftigt er sich mit der Geschichte Tschechiens im 20. Jahrhundert. Von Otfrid Pustejovsky liegt u.a. vor: Stalins Bombe und die „Hölle von Joachimsthal“. Uranbergbau und Zwangsarbeit in der Tschechoslowakei nach 1945 (2009).
Professor Dr. Michael Schwartz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte (München-Berlin) und apl. Professor der Universität Münster. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört auch die Geschichte von ethnischen „Säuberungen“ im 19. und 20. Jahrhundert und die Vertriebenenpolitik in der SBZ/DDR. Von Michael Schwartz liegen u.a. vor: Ethnische „Säuberungen“ in der Moderne. Globale Wechselwirkungen nationalistischer und rassistischer Gewaltpolitik im 19. und 20. Jahrhundert (2013); (als Co-Autor), „Funktionäre mit Vergangenheit“. Das Gründungs-Präsidium des Bundes der Vertriebenen und das „Dritte Reich“ (2013).
Professor Dr. Matthias Stickler ist apl. Professor am Institut für Geschichte der Universität Würzburg sowie Leiter des Instituts für Hochschulkunde. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sowie Nationalitätenkonflikte und Flucht und Vertreibung. 2004 erschien von ihm „Ostdeutsch heißt Gesamtdeutsch. Organisation, Selbstverständnis und heimatpolitische Zielsetzungen der deutschen Vertriebenenverbände 1949–1972“.

Jul 16. 2020

Filmsoirée

„Eine blonde Provinz – Polen und der deutsche Rassenwahn“ (2009)

In Kooperation mit: Generalkonsulat der Republik Polen in München

Einführung: Dr. Lilia Antipow, Haus des Deutschen Ostens
Referenten: Klaus Salge (Berlin) und Dr. Jacek Kubiak (Posen), angefragt
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Veranstaltungsbeginn: 18:30 Uhr

„Um zwei Uhr nachts kamen die Deutschen, 15 Minuten habt Ihr. Raus, raus Pollack!“ Tausende Polen christlichen und jüdischen Glaubens wurden nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 von der deutschen Wehrmacht, der SA und der SS aus ihren Häusern vertrieben, deportiert und umgebracht. Die Nazis planten, im besetzten Polen, in einem Distrikt namens Warthegau, ein Experimentierfeld des Rassenwahns zu installieren. Eine „blonde Provinz“, so Heinrich Himmler, sollte entstehen, ein Laboratorium zur „Züchtung des germanischen Herrenmenschen“.
Innerhalb weniger Wochen wurden Hunderttausende Polen und Juden zur Vertreibung freigegeben, als Arbeitssklaven missbraucht oder getötet. Die brutal Vertriebenen sollten „Platz schaffen“ für die „Volksdeutschen“, die vor allem aus der sowjetischen Einflusszone – zwischen dem Schwarzen Meer und dem Baltikum – „heimgeholt“ wurden.
Die Filmemacher Dr. Jacek Kubiak und Klaus Salge stellen in ihrem Film drei Männer vor, die beim deutschen Überfall auf Polen noch Kinder waren und deren Schicksal mit der Stadt Posen verbunden ist. Zwi Steinitz aus Tel Aviv, der nach 70 Jahren zum ersten Mal wieder in sein Geburtsland reist, um den Ort zu besuchen, an dem seine Eltern ermordet wurden. Henryk Jaszcz, der nach dem Überfall vergeblich seine Eltern in Posen sucht und dessen Weg in den Widerstand führt. Und Dieter Bielenstein, der als Zwölfjähriger mit seinen Eltern aus Lettland nach Posen kam.
Der Film „Eine blonde Provinz“ wurde 2010 mit dem deutsch-polnischen Journalistenpreis (Polsko-Niemiecka Nagroda Dziennikarska) ausgezeichnet.
Klaus Salge (geb. 1941 in Sigmaringen) ist Filmregisseur mit dem Schwerpunkt Dokumentarfilm. Sein Interesse gilt vorrangig den politischen und kulturgeschichtlichen Themen mit Gegenwartsbezug. Als Drehbuchautor und Regisseur wirkte er unter anderem mit bei Dokumentarfilmen wie „Die Zeit ist für die Lieder und gegen die Panzer – Das erste Konzert in Griechenland nach dem Sturz der griechischen Junta” (1974); „Sonne und Zeit“ (1999), „Fifty-Fifty“ (2003), „Mikis Theodorakis. Composer“ (2011) und bei Spielfilmen wie „In den Tag hinein“ (2001).
Dr. Jacek Kubiak (geb. 1957 in Posen) ist polnischer Dokumentarfilmemacher. Bereits als Student schloss sich Kubiak der Oppositionsbewegung an und wurde 1980 Mitglied der „Solidarność“. 1981 wurde er aufgrund seiner politischen Aktivitäten verhaftet. 1988–1995 machte Kubiak eine Karriere als Journalist. 1993 gründete er die Firma „Telenowa“, die 1993–2012 über 500 Film- und Fernsehproduktionen herausbrachte. Seine Filme setzen sich mit geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Themen auseinander, einschließlich der gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichte. Jacek Kubiak drehte unter anderem Filme wie „Erinnerungszeichen“ (Znaki pamięci, 1997–2001), „Posen. Seltsame Geschichten“ (Poznań. Historie osobliwe, 2002–2004), „Das großpolnische Alphabet“ (Alfabet Wielkopolski, 2004–2007).

Jul 21. 2020

Podiumsgespräch

Sehnsucht nach der k.u.k.-Zeit

Vielfalt und Grenzen ein Jahrhundert nach 1918

In Kooperation mit: Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, Adalbert Stifter Verein

Impulsvortrag: Martin Haidinger (Wien)
Teilnehmer: Martin Haidinger (Wien), Dr. Jana Osterkamp (München), Professor Dr. Steffen Höhne (Weimar), Bernard Gaida (Guttentag/Polen, angefragt)
Moderation: Junior-Professorin Dr. Maren Röger (Augsburg)
Veranstaltungsort: Adalbert-Stifter-Saal im Kulturforum des Sudetendeutschen Hauses, Hochstraße 8, 81669 München
Veranstaltungsbeginn: 19 Uhr

Ein Jahrhundert nach dem Zerfall der k.-u.-k.-Monarchie erlebt sie als Mythos eine Wiedergeburt. Im Kontext der aktuellen Debatten über Grenzen und Diversität in den Nationalstaaten und in der EU gilt die Donaumonarchie oft als Vorbild für den Umgang mit gesellschaftlicher Vielfalt und Heterogenität, mit Multikulturalität, Mehrsprachigkeit, Multiethnizität und Multireligiosität, für ein freies und friedliches Zusammenleben vieler Völker und Konfessionen in einem Staatsgefüge, mit politischer Einbindung von Minderheiten auf zentraler und lokaler Ebene, in Verbindung mit einer Supranationalität der Eliten. Vergessen scheint, dass einst Kritiker der Donaumonarchie mangelnden Reformwillen, Bürokratismus, die ungelöste Nationalitätenfrage sowie eine Unterdrückung der Völker (die k.u.k.-Monarchie als „Völkerkerker“) vorwarfen und darin eine der Voraussetzungen für ihren Zerfall sahen.
Was aber steckt hinter der neuen „Sehnsucht nach der k.u.k.-Zeit“? Inwiefern kann die k.-u.-k.-Monarchie unter den aktuellen europa- und weltpolitischen Rahmenbedingungen tatsächlich ein Vorbild für ein übernationales Europa sein? Was kann man von der politischen Verwaltung der Vielfalt in der Donaumonarchie, ihren politischen Praktiken der Loyalitätssicherung, bei nationalen und regionalen politischen Eliten, bei der Verteilung der legislativen, exekutiven und judikativen Kompetenzen zwischen übernationalen und national-regionalen Strukturen lernen? Dieser und weiterer Fragen nehmen sich der Vortragende und die Teilnehmer der Podiumsdiskussion an.

Martin Haidinger (geb. 1969 in Wien) ist ein österreichischer Historiker und Journalist. Er arbeitet u.a. im Auftrag des Österreichischen Rundfunks, des Deutschlandradios beziehungsweise des Deutschlandfunks.
Dr. Jana Osterkamp (geb. 1977) ist Leiterin der Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe „Vielfalt ordnen. Föderalismusvorstellungen in der Habsburgermonarchie und ihren Nachfolgestaaten“ am Collegium Carolinum München sowie Lehrbeauftragte an der LMU München und an der Universität Wien.
Professor Dr. Steffen Höhne ist seit 2000 Professor für Kulturmanagement am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena.
Bernard Gaida (geb. 1958 in Guttentag/Polen) ist ein Politiker der deutschen Minderheit in Polen.
Junior-Professorin Dr. Maren Röger ist seit 2015 Juniorprofessorin für „Transnationale Wechselbeziehungen. Deutschland und das östliche Europa“ und seit 2017 Geschäftsführerin des Bukowina-Instituts an der Universität Augsburg.

Im Anschluss kleiner Empfang.

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