Veranstaltungskalender
Inhaltsverzeichnis
Programm April bis Juli 2026
Das komplette Programmheft für die Monate April bis Juli 2026 können Sie hier als PDF herunterladen.
Eintritt
Soweit nicht anders vermerkt ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.
Anmeldung
Bei Veranstaltungen mit Anmeldung bitten wir um rechtzeitige Platzreservierung per E-Mail.
Auch bei Veranstaltungen ohne Anmeldung gilt: Einlass nur bis zur höchstzulässigen Personenzahl.
Fotos
Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die das Haus des Deutschen Ostens im Rahmen seiner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verwendet.
April
bis 29. Mai, Ausstellung: Sudetenlove
Ausstellungsdauer: 27. März – 29. Mai 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum München, Kulturreferent für die böhmischen Länder im Adalbert Stifter Verein
Ende der 1930er Jahre: Das Sudetenland gleicht einem Pulverfass. Angefacht aus Deutschland, können die nationalen Spannungen in den tschechoslowakischen Grenzgebieten jeden Moment zu einer Eskalation mit ungewissem Ausgang führen. Da lernen sich Hedwig, ein deutsches Mädchen, und Fritz, ein Junge aus einer deutsch-tschechischen Familie, beim Skifahren kennen und verlieben sich schnell ineinander. Hedwigs Vater schickt sie jedoch nach Belgien zu einer Tante. Fritz sieht keine andere Wahl: Er wird ihr folgen – auf dem Fahrrad…
Filip Raifs Graphic Novel erzählt – in dezent gedämpften Farben und inspiriert von wahren Begebenheiten – die Geschichte einer ersten großen Liebe sowie auch einer Region, deren Schicksal durch die zahlreichen Wendungen des 20. Jahrhunderts bestimmt wurde.
Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Landschaft, die die Liebenden umgibt. Alles wird von Raif feinfühlig eingefangen – ganz gleich, ob es sich um natürliche, städtische oder seelische Räume handelt. Oft geschieht dies so eindringlich, dass die Landschaft aufhört, eine bloße Kulisse darzustellen und stattdessen in den Vordergrund tritt.
7. April, Workshop: Ostertraditionen der Wolgadeutschen
Veranstaltungstermin: Dienstag, 7. April 2026, 17.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Einführung: Nikita Heidt (Direktor von Riwwel gUG, Berlin)
Leiter des Workshops: Jegor Lopatschow M.A. (München)
In Kooperation mit: Riwwel gUG, Berlin
14. April, Buchpräsentation: „Alexander Pfohl. Künstler, Designer, Lehrer, Persönlichkeit“ (2025)
Veranstaltungstermin: Dienstag, 14. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Angelika Krombach (Bonn)
16. April, Podiumsgespräch: Von Sprechblasen und Zeichenzählen. Katharina Hinderer im Gespräch und als gläserne Übersetzerin
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 16. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, 80333 München
Moderation: Dr. Frances Jackson (München)
In Kooperation mit: Tschechisches Zentrum München, Münchner Übersetzer-Forum, Kulturreferat für die böhmischen Länder, Stiftung Literaturhaus
23. April, Spotlight-Ausstellung: Die Schönbornfranken – Von Franken nach Transkarpatien
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Ausstellungsdauer: 24. April bis 29. Mai 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr
In Kooperation mit: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland<
Eine Ausstellung der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland e.V., Bayreuth/Berlin
Die deutsche Minderheit in der Ukraine ist geografisch über das gesamte Land verteilt. Im westlichsten Teil, der Region Transkarpatien (ukrainisch: Zakarpattja), lebt sie heute vor allem um die Städte Uschgorod und Mukatschewo.
Transkarpatien ist seit Jahrhunderten von österreichischen, ungarischen, rumänischen, russischen, ukrainischen und deutschen Einflüssen geprägt und heute eine Region mit einem vielfältigen multikulturellen Erbe.
Bereits vor über 250 Jahren fanden Menschen aus deutschen Gebieten, insbesondere aus Mainfranken, auf Geheiß des Fürstbischofs Karl Friedrich von Schönborn, im heutigen Transkarpatien eine neue Heimat. Diese sogenannten „Schönbornfranken“ trugen zur kulturellen Vielfalt und wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei und sind ein lebendiges Zeugnis der historischen deutschen Präsenz in der Ukraine.
28. April, Kuratorenführung durch die Ausstellung "Sudetenlove"
Veranstaltungstermin: Dienstag, 28. April 2026, 17.00 Uhr
Referentin: Dr. Frances Jackson (München)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
28. April, Lesung: „Ein Altar jenseits der Wälder“ (2024) und unveröffentlichte Texte
Veranstaltungstermin: Dienstag, 28. April 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Cornelius Scherg (Tübingen)
In Kooperation mit: Künstlergilde Esslingen
Mai
5. Mai, Vortrag: Deutsche Kulturspuren in der Ukraine – Galizien als europäischer Erinnerungsraum
Veranstaltungstermin: Dienstag, 5. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Professor Dr. Alla Paslawska (Lemberg/Lwiw)
7. Mai, Vortrag: Die Entwurzelten – Lemken in Galizien und in der Fremde
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 7. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Professor Dr. Beata Halicka (AMU Poznań / Posen)
12. Mai, Vortrag und Buchpräsentation: Askania Nowa – das Tierparadies in der Steppe
Veranstaltungstermin: Dienstag, 12. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Stefan Schomann (Berlin/Peking)
Grußwort: Dr. Petra Loibl (Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene); Volodymyr Leysle (Vorsitzender des Rates der Deutschen der Ukraine)
Natalia Korinets (stellvertretende wissenschaftliche Leiterin des Reservats Askania Nowa): Statement zur aktuellen Situation in Askania Nowa (Videobotschaft)
In Kooperation mit: Rat der Deutschen der Ukraine
19. Mai, Vortrag und Gespräch: Die Jeckes und ihr Erbe – und die Generation von morgen
Veranstaltungstermin: Dienstag, 19. Mai 2026, 19.00 Uhr
Podium: Dr. Ludwig Spaenle, Danielle Chaimovitz, Werner Sonne, Dor Glick
Moderation: Prof. Dr. Andreas Otto Weber (HDO)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, Beauftragter der bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe
21. Mai, Kuratorenführung durch die Ausstellung "Sudetenlove"
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 21. Mai 2026, 14.00 Uhr
Referentin: Dr. Frances Jackson (München)
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Juni
9. Juni, Filmsoirée: „Well travelled: Orient Express“ (2025)
Veranstaltungstermin: Dienstag, 9. Juni 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Matthias Well (Ascholding)
In Kooperation mit: Kulturwerk Banater Schwaben, Haus der Donauschwaben in Haar
16. Juni, Vortrag: Zerbrochene Nachbarschaften. Holleschowitz 1939–1945
Veranstaltungstermin: Dienstag, 16. Juni 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Dr. Filip Bláha (Kladno/Kladen, Böhmen/Tschechien)
In Kooperation mit: Adalbert-Stifter-Verein – Kulturinstitut für die böhmischen Länder
23. Juni, Stadtrundgang: Die Schwabinger Bohème aus dem Osten
Veranstaltungstermine: Dienstag, 23. Juni 2026, 14.00 Uhr + Dienstag, 21. Juli 2026, 10.00 Uhr
Treffpunkt: U-Bahn-Haltestelle Giselastr., vor dem „Walking Man“
Dauer: ca. 1,5 bis 2 St.
Referentin: Patricia Erkenberg (HDO)
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de
Um 1900 waren die Münchner Stadtviertel Schwabing und Maxvorstadt das Zentrum einer künstlerisch-intellektuellen Bewegung. Hier siedelten sich junge Schriftsteller und Dichter, aber auch bildende Künstler an und trafen sich in den zahlreichen Cafés und Gasthöfen. Die wenigsten von ihnen waren in München oder in Bayern geboren; vielmehr stammten sie aus dem gesamten damaligen deutschsprachigen Raum.
Im Stadtrundgang werden einige Vertreter der Schwabinger Bohème mit Wurzeln im östlichen Europa und ihr Einfluss auf das Gesamtphänomen vorgestellt. Dazu gehört z.B. Max Halbe (geb. 1865 im westpreußischen Güttland in der Nähe von Danzig), der zu den meistgespielten Dramatikern seiner Zeit gehörte und ab 1895 in München wirkte. Auch sein Freund Lovis Corinth (geb. 1858 im ostpreußischen Tapiau) gehörte in den 1880er und 90er Jahren zur Schwabinger Bohème. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Impressionismus. Beide waren Teil der Münchner Literatengruppe „Die Nebenregierung“, der auch Graf Eduard von Keyserling (geb. 1855 in Kurland) angehörte. Während seine Romane vor allem in seiner baltischen Heimat angesiedelt sind, lebte er selbst von 1894 bis zu seinem Tod in Schwabing.
Nach dem Rundgang besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Besuch eines Cafés (auf eigene Kosten). Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie daran teilnehmen möchten.
23. Juni, Podiumsgespräch: Alexander Schmorell. Zweitzeugengespräch über Migration, Widerstand und Erinnern
Veranstaltungstermine: Dienstag, 23. Juni 2026, 19.00 Uhr
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: Kulturreferent für die Russlanddeutschen
Edwin Warkentin (Kulturreferent für Russlanddeutsche) spricht mit Markus Schmorell, dem Neffen des Widerstandskämpfers Alexander Schmorell, Mitglied der Weiße Rose und 1943 von den Nationalsozialisten ermordet.
Markus Schmorell bezeichnet sich als „Zweitzeugen“ – geboren nach dem Tod seines Onkels, trägt er dessen Geschichte aus familiärer Erinnerung weiter. Im Gespräch geht es um Alexander Schmorells Rolle im Widerstand ebenso wie um die russlanddeutschen Wurzeln seiner Familie: ostpreußische Herkunft, Aufstieg und Leben im russischen Orenburg, Flucht nach der Revolution und Ankunft in München als Teil der sogenannten russischen Emigration.
Wir fragen nach Schmorells Identität zwischen den Kulturen – und nach seiner Stellung in der Erinnerungskultur. Warum steht er oft im Schatten der Geschwister Scholl? Welche Bedeutung hat seine Biografie heute in einer von Migration geprägten Gesellschaft?
Auch die Ambivalenz des Gedenkens wird zur Sprache kommen – zwischen transnationaler und interkonfessioneller Würdigung, Deutung und möglicher Vereinnahmung – sowie die Frage, was Alexander Schmorell wohl zur Gegenwart sagen würde.
Ein Abend über Widerstand, Herkunft und die Verantwortung der Erinnerung.
Juli
3. Juli, Informationsnachmittag für ukrainische Abiturienten, Studis und alle Interessierten
Veranstaltungstermin: 3. Juli 2026, ab 13.00 Uhr
Ort: Haus des Deutschen Ostens Am Lilienberg 5, 81669 München
In Kooperation mit: BAYHOST Bayerisches Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa/Koordinationsstelle Ukraine/Координаційний офіс для Україні
Die Koordinationsstelle Ukraine bei BAYHOST (Bayerisches Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa), gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, unterstützt weiterhin ukrainische Geflüchtete bei Fragen rund um Studium, Ausbildung, wissenschaftliche Tätigkeit sowie akademische und berufliche Perspektiven in Bayern.
Am 3. Juli 2026 veranstalten sie in München in Kooperation mit dem Haus des Deutschen Ostens einen Informationsnachmittag für ukrainische Abiturientinnen und Abiturienten, Studierende sowie weitere Interessierte. Im Rahmen der Veranstaltung informieren Expertinnen und Experten unter anderem über Studienmöglichkeiten in Bayern, Wege der dualen Ausbildung in Deutschland, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Qualifikationen sowie weitere Bildungs- und Entwicklungsperspektiven. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen und sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen. Gerade für Personen, die bislang noch kein Studium aufgenommen haben, sich beruflich neu orientieren möchten oder noch nicht ausreichend über ihre Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in Deutschland informiert sind, kann diese Veranstaltung eine wertvolle Unterstützung darstellen.
7. Juli, Lesung: Literatursalon im HDO – mit Elli Unruh („Fische im Trüben“, 2025) und Max Schatz („Sonnen und Kometen“, 2025)
Veranstaltungstermin: Dienstag, 7. Juli 2026, 19.00 Uhr
Ort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referenten: Elli Unruh (Stuttgart), Max Schatz (Nürnberg)
Moderation: Artur Rosenstern (Nürnberg), Patricia Erkenberg (HDO)
In Kooperation mit: BKDR, Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO)
Elli Unruh erzählt in ihrem Roman „Fische im Trüben“ die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der 1980er Jahre im Süden Kasachstans lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren, Großeltern und Eltern. Einprägsam und lebendig schildert sie das Leben von Menschen, die durch den Lauf der Geschichte und ständig wechselnde Lebensumstände und -orte nicht mehr aus noch ein wissen, aber in Traditionen, Religion und eigener Sprache Halt finden. Geschrieben in einer einfachen, poetischen Sprache, die angereichert wird durch das Deutsch, das die Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch, das bis heute gesprochen wird. Das alles vor dem Hintergrund einer unbekannten, wunderschönen, fruchtbaren Landschaft mit riesigen Apfelplantagen, wilden Flüssen und weiten Steppen.
Die im Max Schatz´ Buch „Sonnen und Kometen“ versammelten Erzählungen und Kurzgeschichten geben Einblicke sowohl in das moderne Leben von Menschen mit russlanddeutschem Hintergrund als auch in die tragische Vergangenheit der Deutschen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR. Vor allem sind es aber Geschichten über Gewinner und Verlierer, ob in Liebesbeziehungen oder in der Arbeitswelt, ebenso voller Romantik wie Melancholie, aber auch Satire.
Das Format „Literatursalon“ möchte vor allem jungen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit bieten, ihre Neuerscheinung aus der Sparte der sogenannten „russlanddeutschen“ Literatur vorzustellen und darüber vor dem Publikum ins Gespräch zu kommen.
13. Juli, Ausstellungseröffnung: Bilder der Heimat in Kinderaugen
Ausstellungseröffnung: Montag, 13. Juli 2026, 18.00 Uhr
Grußworte: Dr. Petra Loibl, MdL (Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene), Professor Dr. Andreas Otto Weber (HDO)
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Ausstellungsdauer: 14. Juli bis 31. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr, im August bis 18.00 Uhr
In Kooperation mit: Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene
„Bilder der Heimat in Kinderaugen“ – unter diesem Motto zeigt das HDO siebzehn Bilder junger Künstler im Alter von sechs bis zwölf Jahren mit familiären Wurzeln in den früheren deutschen Siedlungsgebieten im östlichen Europa. Entstanden ist die Ausstellung aus einer Idee der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Dr. Petra Loibl, MdL, die Kinder mit Wurzeln in den Herkunftsregionen der Vertriebenen und Aussiedler aufgefordert hatte, im Rahmen eines Malwettbewerbs ihre Vorstellung von der alten Heimat ihrer Vorfahren auf die Leinwand zu bannen. Vorausgegangen waren der Entstehung der Bilder und Zeichnungen intensive Gespräche der Kinder mit ihren Großeltern und Urgroßeltern über die alte Heimat, somit ein echter „Dialog der Generationen“. Die Ergebnisse des Wettbewerbs beeindrucken durch Emotionalität und Tiefe. Die Sieger wurden am 19. Februar 2026 in einem Festakt im Bayerischen Sozialministerium ausgezeichnet.
21. Juli, Stadtrundgang: Die Schwabinger Bohème aus dem Osten
Veranstaltungstermine: Dienstag, 21. Juli 2026, 10.00 Uhr
Treffpunkt: U-Bahn-Haltestelle Giselastr., vor dem „Walking Man“
Dauer: ca. 1,5 bis 2 St.
Referentin: Patricia Erkenberg (HDO)
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de
Um 1900 waren die Münchner Stadtviertel Schwabing und Maxvorstadt das Zentrum einer künstlerisch-intellektuellen Bewegung. Hier siedelten sich junge Schriftsteller und Dichter, aber auch bildende Künstler an und trafen sich in den zahlreichen Cafés und Gasthöfen. Die wenigsten von ihnen waren in München oder in Bayern geboren; vielmehr stammten sie aus dem gesamten damaligen deutschsprachigen Raum.
Im Stadtrundgang werden einige Vertreter der Schwabinger Bohème mit Wurzeln im östlichen Europa und ihr Einfluss auf das Gesamtphänomen vorgestellt. Dazu gehört z.B. Max Halbe (geb. 1865 im westpreußischen Güttland in der Nähe von Danzig), der zu den meistgespielten Dramatikern seiner Zeit gehörte und ab 1895 in München wirkte. Auch sein Freund Lovis Corinth (geb. 1858 im ostpreußischen Tapiau) gehörte in den 1880er und 90er Jahren zur Schwabinger Bohème. Er gilt als einer der wichtigsten deutschen Vertreter des Impressionismus. Beide waren Teil der Münchner Literatengruppe „Die Nebenregierung“, der auch Graf Eduard von Keyserling (geb. 1855 in Kurland) angehörte. Während seine Romane vor allem in seiner baltischen Heimat angesiedelt sind, lebte er selbst von 1894 bis zu seinem Tod in Schwabing.
Nach dem Rundgang besteht die Möglichkeit zum gemeinsamen Besuch eines Cafés (auf eigene Kosten). Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, ob Sie daran teilnehmen möchten.
23. Juli, Ausstellungseröffnung: Einfach schön? Politisierung deutscher Volkskultur aus dem östlichen Europa
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 23. Juli 2026, 18.00 Uhr
Grußworte: Professor Dr. Andreas Otto Weber (HDO)
Einführung: Jana Stöxen mit einem Vortrag zum Thema „Bei vornehmen Leuten soll man nirgends und nie Volksmusik sammeln“ Prämissen und Praktiken einer Volkskulturforschung im und aus dem östlichen Europa zwischen ‚Echtheit‘ und Inszenierung des ‚einfach Schönen‘
Anmeldung erforderlich: telefonisch unter 089-449993-0 oder per E-Mail unter poststelle(at)hdo.bayern.de
Ausstellungsdauer: 24. Juli bis 17. Oktober 2026
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag (werktags) 10.00 bis 20.00 Uhr, im August bis 18.00 Uhr
Mit Unterstützung: Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen des Landes Baden-Württemberg
In Kooperation mit: Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europas (IKDE), Freiburg und Heimatpflegerin der Sudetendeutschen
Eine Ausstellung des Instituts für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europas (IKDE), Freiburg
Kulturellen Praktiken wie dem „Volkstanz“ oder Objektivationen wie der Tracht wurde und wird bis heute ein ästhetischer Wert zugesprochen. Sie scheinen einfach schön zu sein – gerade in ihrem vermeintlich traditionellen und kaum durch die Moderne berührten Charakter. „Volkskultur“ als schön wahrzunehmen, ist Ergebnis eines durch moderne Sehgewohnheiten und Ideologisierungen geprägten Blicks. Zugleich erlangten „volkskulturelle“ Ästhetiken erst durch ihren Gebrauch in modernen Kontexten Relevanz, Popularität und Bedeutung. Die ästhetische Anmutung von als „Volkskultur“ verstandenen Elementen spielt bis heute eine wichtige Rolle nicht nur in der politischen Kommunikation. In ihrer vermeintlichen Einfachheit und ästhetischen Anmutung erfährt „Volkskultur“ eine komplexe und vielschichtige Politisierung.
Dies zeigen beispielhaft die Exponate der Ausstellung – und zwar mit einem Fokus auf der Geschichte der deutschsprachigen Bevölkerung im bzw. aus dem östlichen Europa. In zeitlicher Hinsicht nimmt die Ausstellung die Zeit zwischen den 1920er- und den 1960er-Jahren in den Blick. Schlaglichtartig wird dabei anhand von Materialien aus dem Archiv des IKDE der unterschiedliche politische Gebrauchswert vermeintlich „einfacher“ Ästhetik sowie deren Kontinuität über das Jahr 1945 hinaus herausgearbeitet.
30. Juli, Vortrag: Zwischen Heimat und Herrschaft – Trachtenkulturen der Deutschen im östlichen Europa, 1918–1945
Veranstaltungstermin: Donnerstag, 30. Juli 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Dr. Lilia Antipow (HDO)
Seit dem 19. Jahrhundert setzte ein Prozess der Ethnisierung von Trachten ein, der sich in den 1920er Jahren und später unter der NS‑Herrschaft verstärkte. Trachten wurden nicht länger nur als regionale oder dörfliche Kleidung wahrgenommen, sondern dienten zunehmend als sichtbares Bekenntnis zu „Volk“ und „Nation“ – als sogenanntes „Gesinnungskleid“. In den 1930er Jahren war Trachtenkult ein elementarer Bestandteil nationalistischen Selbstverständnisses bei deutschen Minderheiten in Osteuropa.
Die Praktiken der Trachtenpolitik variierten regional: In der Wischauer Sprachinsel übernahmen völkische und NS‑Akteure überlieferte Bauerntrachten, luden sie jedoch mit neuen, politischen Bedeutungen auf und instrumentaliserten sie für ihre Ziele. Bei den Donauschwaben existierte ein Spannungsverhältnis von Erhalt lokaler Trachtenvielfalt und gezielter Erneuerung hin zu „Gemeinschaftstrachten“ und ab 1935 zur angestrebten „deutschen Einheitstracht“. In Ostpreußen dagegen wurde bewusst eine neue, künstliche Tracht – das „Ostpreußenkleid“ – geschaffen, um ein einheitliches regionales Gruppenkleid zu etablieren, obwohl eine solche traditionelle Tracht kaum je existiert hatte.
Die öffentliche Präsentation der Trachten reichte von traditionellen Kirchweihen und Hochzeiten über Schwabenbälle bis zu groß inszenierten NS-Propagandaveranstaltungen wie dem „Grenzlandtreffen“ der Deutschen „aus dem Reich“ und aus Mittel- und Südeuropa in Theben/Devín zu Pfingsten 1939. Diese Vielfalt zeigt eine Dualität: Alte, lokal verankerte Funktionen der Tracht bestanden zeitgleich mit neuen, politisch aufgeladenen Repräsentationsformen. Durch politische und öffentliche Nutzung wurden Trachten außerdem aus der Peripherie in das Zentrum kultureller Aufmerksamkeit geholt und als Phänomen der Moderne etabliert. Die Untersuchung dieser Prozesse verdeutlicht, wie Kleidung zu einem wirksamen Instrument nationalistischer Identitätsbildung und kultureller Politik wurde.
