Mitteilung

29.04.2021 Meldungsnummer: 299

Online-Vortrag ab 06.05.

"Dobrudscha. Deutsche Siedler zwischen Donau und Schwarzem Meer"

Termin: Donnerstag, 06.05., 19 Uhr auf dem HDO-YouTube-Kanal

Referent: Dr. Josef Sallanz

Die historische Region zwischen dem Donaudelta und der bergigen Landschaft Ludogorie sowie der Donau und dem Schwarzen Meer gliedert sich heute als Folge der Grenzziehung von 1940 in die Norddobrudscha in Rumänien und die Süddobrudscha in Bulgarien. Bereits seit der Antike zogen Menschen durch die Steppen am Schwarzen Meer in Richtung Süden und hinterließen ein Gemisch an Sprachen, Konfessionen und Alltagskultur. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. gründeten griechische Seefahrer an der Küste Handelskolonien wie Tomis, das heutige Konstanza, rumänisch Constanţa.

Noch während der osmanischen Herrschaft siedelten sich hier Mitte des 19. Jahrhunderts erste Deutsche aus dem nördlich an die Donau grenzenden Bessarabien, aus den Gouvernements Cherson und Taurien, aus Polen, Wolhynien, Galizien und aus dem Kaukasus an. Gründe dafür waren Landknappheit, der Verlust von Privilegien und eine verstärkte Russifizierungspolitik. Heute leben in der rumänischen Norddobrudscha neben Rumänen, die rund 85% der Bevölkerung bilden, Tataren, Bulgaren, Türken, Lipowaner, Ukrainer, Griechen, Deutsche sowie Roma; in der bulgarischen Süddobrudscha stellten die Bulgaren fast 70% der Einwohner, gefolgt von Türken, Tataren, Roma und Rumänen.

Dr. Josef Sallanz (geb. 1963 in Arad, Banat/Rumänien) forscht seit Jahren zu Grenzregionen im östlichen Europa, vor allem zur Dobrudscha und dem Banat. Seit 2016 ist er DAAD-Lektor in der Republik Moldau. Zuvor war er u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter an Universitäten in Heidelberg, Potsdam, Mainz und Magdeburg. Er ist Chefredakteur der Deutsch-Rumänischen Hefte.

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"Dobrudscha. Deutsche Siedler zwischen Donau und Schwarzem Meer"
Dobrudscha Titelbild